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WM-Auslosung in Leipzig als Riesenspektakel

Leipzig (dpa) - 18.11.2005, 16:41 Uhr

Topmodel Heidi Klum und Moderator Reinhold Beckmann lächeln in die Kameras.
Topmodel Heidi Klum und Moderator Reinhold Beckmann lächeln in die Kameras.

Auf den Tag genau ein halbes Jahr vor dem Anpfiff zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 gehen alle Blicke gespannt nach Leipzig. Die Endrunden-Auslosung am 9. Dezember in der Messestadt wird zum Riesenspektakel und zur echten Bewährungsprobe für Gastgeber Deutschland.

320 Millionen Fernseh-Zuschauer weltweit, 4000 geladene Gäste aus mehr als 100 Ländern sowie 1500 Journalisten werden Zeugen der Einteilung der acht Vorrunden-Gruppen für die 18. Titelkämpfe vom 9. Juni bis 9. Juli kommenden Jahres sein. Sogar Franz Beckenbauer bekam schon im Vorfeld feuchte Hände: «Die Fußball-Welt ist zu Gast in Leipzig. Hoffentlich geht da alles gut, hoffentlich können sie es bewältigen», sagte der WM-Organisationschef.

An Prominenz wird es auf der Bühne im Congress Center der Neuen Leipziger Messe nicht mangeln. Top-Model Heidi Klum und TV-Moderator Reinhold Beckmann führen durch die in 145 Länder übertragene und in Deutschland von «ARD» und «Premiere» ausgestrahlte Mega-Show. «Unser Motto: 'Die Welt zu Gast bei Freunden' steht erstmals auf dem Prüfstand», betonte OK-Vizepräsident Wolfgang Niersbach.

Die nationale Politikspitze mit Bundespräsident Horst Köhler, Angela Merkel (CDU) und Franz Müntefering (SPD) hat sich für den Abend angesagt. Kolumbiens Rocksänger Juanes mit dem Sommerhit «La Camisa Negra» gibt dem Leipziger Weltereignis südamerikanisches Flair. Deutschlands Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus ist nur einer von acht prominenten Glücksfeen aus allen Kontinenten - und wird die Lose der europäischen Nationen ziehen.

Im Mittelpunkt der mehrstündigen Veranstaltung stehen aber weder Stars und Sternchen noch das runde Leder, das im kommenden Sommer in zwölf WM-Stadien rollen wird. Eigentliche «Hauptdarsteller» sind die 32 Glaskugeln mit den Namen der WM-Teilnehmer als Inhalt. Zwischen 21.20 Uhr und 21.50 Uhr sollen laut Zeitplan unter der Aufsicht von dem als Zeremonienmeister fungierenden FIFA-Kommunikationsdirektor Markus Siegler die Gruppen ausgelost werden.


Nur die deutsche Nationalmannschaft ist dabei als Kopf der Gruppe A bereits gesetzt und kann sich auf ihre Spiele in der Vorrunde in München (9. Juni), Dortmund (14. Juni) und Berlin (20. Juni) einrichten. Welche Gegner die Elf von Jürgen Klinsmann erwartet, bleibt aber spannend: «Wir haben keinen Einfluss und sollten uns überraschen lassen», sagte Nationalteamkapitän Michael Ballack.

Um das Aufeinandertreffen der besten Mannschaften schon in der ersten Turnierphase zu verhindern, wird der Fußball-Weltverband FIFA drei Tage vor der Prozedur wie üblich die Nationen nach Leistungskriterien und geographischen Aspekten in vier Töpfe einteilen. Eine Ausnahme könnte allerdings auch Brasilien sein. Der Titelverteidiger gilt vorab als Kandidat für Platz eins in Gruppe F, als der er wie der Gastgeber seine Vorrundenspiele in den großen Stadien von Berlin, Dortmund und München bestreiten würde. Zu einem Duell mit der DFB-Elf käme es dann - Gruppensiege der Endspiel- Teilnehmer von 2002 vorausgesetzt - erst im Finale von Berlin.

In den Lostöpfen tummeln sich neben Deutschland und Brasilien altbekannte WM-Teilnehmer wie die Ex-Weltmeister England, Frankreich, Italien und Argentinien. Von den ehemaligen Titelträgern verpasste nur Uruguay (1930/1950) die Qualifikation. Aber auch sechs Turnier- Neulinge sind vertreten. Afrika schickt in Ghana, Angola, Togo und Elfenbeinküste gleich vier Länder zu ihrer WM-Premiere. Die Ukraine und Trinidad/Tobago waren auch noch nie dabei. Serbien-Montenegro (früher Jugoslawien) und Tschechien (früher Tschechoslowakei/CSSR) waren mit ihren Vorgänger-Staaten dabei. Australien konnte sich zuletzt 1974 qualifizieren. Vor vier Jahren in Japan/Südkorea waren 20 der 32 Länder vertreten.

Über die Los-Zeremonie hinaus soll der Abend Unterhaltung auf höchstem Niveau bieten. Der Zauberer Hans Klok präsentiert eine Illusions-Show. Die «Junge Deutsche Philharmonie» spielt mit den talentiertesten Musikhochschülern Deutschlands in den Trikots der teilnehmenden Nationen ein Orchester-Arrangement mit Werken von Bach, Mozart, Beethoven und Richard Strauss.

Leipzig sei als Ort der WM-Auslosung ganz bewusst gewählt worden. «Leipzig gilt als Symbol. Wir sind ein anderes Deutschland als 1974. Damals war Leipzig eine Stadt im Ausland und die DDR-Mannschaft ein ausländisches Team», sagte Niersbach.

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