Letzte WM-Tickets für Schweiz, Tschechien und Spanien
Hamburg (dpa) - 16.11.2005, 22:57 Uhr
Der Schweizer Alexander Frei erzielt per Elfmeter das frühe 1:0 gegen die Türkei.
Die Schweiz, Tschechien, Spanien, Trinidad und Tobago sowie Australien haben die letzten fünf von 32 Startplätzen für die Endrunde der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland erkämpft. Vier Tage nach dem 2:0-Sieg vor heimischem Publikum verloren die Eidgenossen zwar das Relegations-Rückspiel in der Türkei mit 2:4, sicherten sich dank der beiden Auswärtstore dennoch erstmals seit 1994 die WM-Teilnahme. Dagegen ist der WM-Dritte von 2002 beim Turnier vom 9. Juni bis 9. Juli nur Zuschauer. Tschechien gewann nach dem 1:0-Sieg in Oslo auch die zweite Begegnung gegen Norwegen mit 1:0, Spanien begnügte sich nach dem 5:1 gegen die Slowakei in Bratislava mit einem 1:1. Trinidad und Tobago qualifizierte sich durch einen 1:0-Sieg in Manama gegen Bahrain zum ersten Mal für eine WM-Endrunde einer Weltmeisterschaft qualifiziert, Australien ist zum zweiten Mal nach 1974 bei einem WM-Turnier dabei. Die Kicker vom Fünften Kontinent gewannen in Sydney das Relegations-Rückspiel gegen Uruguay mit 4:2 im Elfmeterschießen, nachdem sie zuvor den 1:0-Sieg des zweimaligen Weltmeisters aus der ersten Partie in Montevideo wettgemacht hatten.
Vor 43 000 fanatischen Zuschauern im Sükrü Saracoglu-Stadion von Istanbul trotzten die Schweizer einem fast 90-minütigen Sturmlauf der Türken und sicherten sich ihre insgesamt achte WM-Teilnahme. Nachdem Alexander Frei die Mannschaft von Trainer «Köbi» Kuhn mit einem Handelfmeter bereits in der 2. Minute in Führung gebracht hatte, drehten die Türken auf und kamen durch zwei Kopfball-Tore von Tuncay (24./38.) und einen Foulelfmeter von Necati (52.) zur 3:1-Führung. Erst nach dem zweiten Treffer durch den Stuttgarter Marco Streller (84.) durften die Schweizer aufatmen. 60 Sekunden vor Schluss der Partie, die mit Tumulten auf dem Rasen und im Kabinengang zu Ende ging, traf erneut Tuncay zum 4:2. Unmittelbar nach Spielschluss ist es im Stadion zu Ausschreitungen gekommen. Mitglieder der Schweizer Nationalmannschaft seien von den Türken tätlich angegriffen worden, sagte Medienchef Pierre Benoit. Nach ersten Informationen wurden Spieler und Torwart-Trainer Erich Burgener beim Verlassen des Spielfeldes beworfen und geschlagen. Türkische Spieler sollen nach Aussagen von Benoit die Schweizer in den Katakomben des Stadions weiter attackiert haben. Ersatzspieler Stéphane Grichting soll nach einem Tritt in den Unterleib ins Krankenhaus gebracht worden sein. Die Schweizer, die sich nach dem 2:0-Erfolg im Hinspiel das WM-Ticket sicherten, kündigten einen Protest beim Weltverband FIFA an. |