Schweiz zittert sich zur achten WM-Teilnahme
Istanbul (dpa) - 16.11.2005, 22:00 Uhr
Marco Streller (hinten) zirkelt den Ball am türkischen Keeper Demirel vorbei ins Tor.
Die Fußball-Nationalmannschaft der Schweiz hat sich im Hexenkessel von Istanbul zur achten Teilnahme an der Endrunde einer Weltmeisterschaft gezittert. Vier Tage nach dem 2:0-Sieg vor heimischem Publikum verloren die Eidgenossen zwar das Relegations-Rückspiel gegen die Türkei mit 2:4 (1:2), sicherten sich aber dank ihrer Auswärtstore dennoch erstmals seit 1994 das WM- Ticket. Dagegen muss der WM-Dritte von 2002 im kommenden Jahr in Deutschland zuschauen. Trotz eines fast 90-minütigen Sturmlaufs und drei Kopfball-Toren durch Tuncay (24./38./89.) sowie einen von Necati (52.) verwandelten Foulelfmeter verfehlten die Türken ihr Ziel. Alexander Frei hatte die Gäste per Handelfmeter (2.) in Führung gebracht. Sechs Minuten vor Spielende traf der Stuttgarter Marco Streller zum 2:3.
Die bei ihrer Ankunft am Bosporus mit Hasstiraden begrüßten Schweizer erwischten vor 43 000 Zuschauern im Sükrü Saracoglu-Stadion einen Traumstart. Nach einem Handspiel des Kölner Bundesliga-Profis Özalan Alpay im Strafraum nach gerade einmal 30 Sekunden zeigte der belgische Schiedsrichter Frank De Bleeckere zum Entsetzen der türkischen Fans auf den Elfmeterpunkt. Der beim FC Nantes unter Vertrag stehende Frei nutzte die Chance zum frühen 0:1. Danach gerieten die mit den Bundesliga-Profis Philipp Degen (Borussia Dortmund), Raphael Wicky (Hamburger SV), Tranquillo Barnetta (Bayer Leverkusen) und Christoph Spycher (Eintracht Frankfurt) spielenden Schweizer, bei denen später auch noch Streller zum Zuge kam, mächtig unter Druck. Nach dem Ausgleich durch Tuncay, der Pascal Zuberbühler mit unhaltbarem Flugkopfball überwand, spielten nur noch die Hausherren. Als der Angreifer von Fenerbahce Istanbul sieben Minuten vor der Pause einen Kopfball von Team-Senior Hakan Sükür zum 2:1 über die Torlinie drückte, kannte der Jubel auf den Rängen keine Grenzen mehr. Und die von Trainer Fatih Terim nach der Niederlage in Bern auf sechs Positionen veränderten Türken drückten nach Wiederanpfiff weiter aufs Tempo. Nach einem Foul von Streller an Serhat verwandelte Necati den fälligen Strafstoß zum 3:1. Erst nach einer Stunde konnte sich das Team von «Köbi» Kuhn ein wenig aus der Umklammerung befreien und kam kurz vor dem Ende durch einen von Streller mustergültig abgeschlossenen Konter zum zweiten Treffer.
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