Rummenigge: «Zeitnahe» Bundesliga-Zusammenfassung
München (dpa) - 15.11.2005, 11:46 Uhr
Karl-Heinz Rummenigge äußerte sich erneut zur Vergabe der TV-Rechte.
Karl-Heinz Rummenigge hat sich ungeachtet aller eigenen finanziellen Forderungen für eine zeitnahe Übertragung der Bundesliga-Spiele im frei empfangbaren Fernsehen ausgesprochen. Der Vorstandschef des FC Bayern München brach mit Blick auf die bevorstehende Vergabe der TV-Rechte durch die Deutsche Fußball Liga (DFL) eine Lanze für die ARD-Sportschau. «Wir wollen auch in Zukunft, dass die Sportschau vor der Tagesschau kommt. Wir wollen, dass der FC Bayern von allen gesehen werden kann. Wir wollen, dass Kinder und Jugendliche nicht erst um 22.00 Uhr Fußball sehen können. Dafür werden wir eintreten», sagte Rummenigge auf der Jahreshauptversammlung des deutschen Rekordmeisters. Er schloss allerdings nicht aus, dass die Sportschau am Samstagabend künftig keinen Bundesliga-Fußball mehr zeigen könne und die Bundesliga-Zusammenfassung im Free-TV erst am späten Abend zu sehen sei. «Es schwebt immer noch das Damoklesschwert über allem.» Letztlich dürften finanzielle Aspekte den Ausschlag geben, denn bei aller Sympathie für die «Sportschau» machte Rummenigge klar: «Mehr Geld wollen wir trotzdem.»
Der Bayern-Chef hatte frühzeitig eine Steigerung der TV-Einnahmen von 300 auf 500 Millionen Euro pro Jahr gefordert. «Es ist klar, dass die Bundesliga mehr Geld bekommen wird als 300 Millionen. Manch einer hat geglaubt, dass wir einen Vogel haben, wenn wir von 500 bis 600 Millionen gesprochen haben. Aber die Visionen eines Uli Hoeneß sind schon früher aufgegangen, und sie werden auch jetzt wieder aufgehen», sagte Rummenigge. Bis zum 1. Dezember können Fernseh- und Rundfunksender bei der DFL ihr Angebot für insgesamt 233 Rechtepakete für die nächsten drei Spielzeiten einreichen. In der Diskussion sind mehrere Modelle, die auch eine Entzerrung der Spieltage auf vier verschiedene Anstoßzeiten von Freitag bis Sonntagabend beinhalten. Neben den möglichen Einnahmen durch die TV-Rechte müssen die Vereine auch die Wünsche ihrer Sponsoren im Auge behalten, die für zeitnahe Übertragungen mit hoher Einschaltquote im Free-TV plädieren. Die Sponsoring-Einnahmen machen beim FC Bayern im 189 Millionen Euro starken Etat den größten Posten aus.
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