Bayer-Türmer Kießling: «Keine großen Sprüche mehr machen»

Leverkusen (dpa) - 22.09.2016, 12:38 Uhr
Bayer-Türmer Kießling: «Keine großen Sprüche mehr machen»
Leverkusens Stürmer Stefan Kießling trifft das Tor nicht mehr. Foto: Federico Gambarini

Die Leichtigkeit des Toreschießens erlebt Roger Schmidt momentan nur im Fernsehen. «Wenn man die TV-Konferenz guckt, sieht man, wie leicht Toreschießen sein kann», sagte der Cheftrainer von Bayer Leverkusen nach der Bundesliga-Nullnummer gegen den FC Augsburg.

Für das Team von Schmidt trifft das allerdings nicht zu: «Bei uns hat man das Gefühl, dass es unendlich schwer ist, den Ball über die Linie zu bekommen.»

Der Fußball-Werksclub hat nach dem Fehlstart mit nur einem Sieg aus vier Partien den Anschluss an die Tabellenspitze verloren. Dabei hatte Schmidt vor dem Saisonstart noch selbstbewusst prophezeit, dass «unser bestes Jahr» kommen werde. Immerhin investierte Bayer allein in die Verpflichtung von Kevin Volland, Aleksandar Dragovic und Julian Baumgartlinger rund 40 Millionen Euro.

«Es wird nun richtig schwer werden, jeder weiß, wer da oben steht», meinte Stürmer Stefan Kießling nach seinem Comeback am Mittwochabend nach langer Verletzungspause. «Jetzt dürfen wir keine großen Sprüche klopfen, sondern müssen aus der Situation rauskommen und ein paar Spiele gewinnen - und das am besten in Folge.»

Pech hatte der 32-jährige Torjäger, dass sein fast unhaltbarerer Kopfball in der Nachspielzeit vom überragenden Augsburger Torwart Marwin Hitz noch pariert wurde. «Die hatten drei Torhüter da drin. Er hat ihn gut gehalten», meinte Kießling. «Er kann zufrieden sein, dass er wieder spielen durfte», entgegnete der Schweizer Keeper nicht ganz ernsthaft. «Das Gefühl allein muss ihm heute allein reichen.»

Glück hatte Hitz allerdings, dass Bayer-Profi Charles Aranguiz einen rabenschwarzen Abend erwischte. Nachdem der Chilene kurz vor der Pause freistehend aus elf Metern den Ball über die Latte jagte, schoss er ihn in der 71. Minute bei einen Foulelfmeter neben das Tor. Schon beim 1:2 in Frankfurt hatten die Leverkusener einen Strafstoß vergeben. «Nach dem letzten verschossenen Elfmeter in Frankfurt habe ich gedacht, dass die nächsten zehn nun drin sein werden», kommentierte Schmidt. «Das passt zu unserer Situation.»

Von Krise will in Leverkusen aber noch keiner etwas wissen. «Nein, um Gottes willen, die Basis stimmt», sagte Kapitän Lars Bender. «Man sieht, dass wir guten Fußball spielen können, jeder haut sich rein.» Mit nur vier Punkten im Gepäck und als Tabellenzwölfter muss Bayer am Samstag beim FSV Mainz 05 antreten, sechs Tage später kommt die Tormaschine Borussia Dortmund in die BayArena. «Wir müssen gucken, dass wir aus dem Quark kommen», sagte Kießling. «Wir brauchen Punkte, egal, wie wir in Mainz spielen.»

Jeder Punkt ist auch für die wohl eher um den Klassenverbleib spielenden Augsburger wichtig. Und da war den Gästen jedes defensive Mittel recht. Chefcoach Dirk Schuster bekannte sich zur Taktik der Totalverriegelung: «Wir wussten, dass Leverkusen mit aller Macht auf drei Punkte spielen wird, und wir wollten die Angriffsmaschinerie nicht zur Geltung kommen lassen», sagte Schuster. «Das ist ein Punkt für die Moral.»

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