DFB kämpft um Bayer-Talent Castro
Leverkusen (dpa) - 08.11.2005, 11:42 Uhr
Leverkusens Gonzalo Castro (l) und Gladbachs Marek Heinz im Duell.
Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) möchte Gonzalo Castro unbedingt für seine Nationalmannschaften gewinnen und nicht schon wieder den Kampf um ein großes Talent verlieren. «Ich soll mich in den nächsten acht Tagen entscheiden, ob ich zukünftig für Deutschland oder Spanien spielen will», sagte der 18-jährige Jungprofi des Bundesligisten Bayer 04 Leverkusen. Diese Frist hat ihm U21-Bundestrainer Dieter Eilts («Ich würde mich freuen, wenn er sich für den DFB entscheidet») bei einem Gespräch am Wochenende gesetzt. «Er hat mit gesagt, was er von mir erwartet», berichtete Castro. Die deutsche U21 bestreitet am 15. November in Leverkusen das entscheidende EM-Achtelfinalspiel gegen Tschechien. Vor allem für den Fall der Qualifikation für die Endrunde im Mai 2006 will Eilts ein klares Votum haben, ob er mit Castro rechnen kann. «Es ist keine leichte Entscheidung, weil sie sehr wichtig für meine Zukunft ist», betonte der aus Wuppertal stammende Teenager, dessen Eltern Wurzeln in Spanien haben. Seine Mutter stammt aus Gerona, sein Vater aus Malaga. Er selbst aber kennt die Heimat seiner Eltern nur von Urlaubsreisen und spricht ihre Landessprache nur mäßig.
Inzwischen hat Castro bei Einsätzen in der spanischen U19-Auswahl etwas in den iberischen Fußball hinein geschnuppert. Endgültig muss er seine Länderwahl bis zum 21. Lebensjahr treffen. Es sei denn, er absolviert zuvor ein A-Länderspiel für Deutschland oder Spanien. Dies würde schon vorher Fakten schaffen. Möglicherweise besitzt der DFB, der jüngst das Rennen um Borussia Dortmunds Fußball-«Juwel» Nuri Sahin (17) gegen die Türkei verloren hat, diesmal bessere Karten. «Ich kenne Nuri aus der Jugend gut, aber beraten habe ich mich mit ihm nicht. Das ist ein anderer Fall», sagte Castro. Dafür suchte er Rat bei seiner Familie und Bayer-Chefcoach Michael Skibbe: «Er hat mit ein paar Tipps gegeben.» |