Kölns Präsident Overath: Podolski «leidet»
Köln (dpa) - 03.11.2005, 14:49 Uhr
Alle Kameras richten sich auf Lukas Podolski (l).
Der Präsident des Fußball-Bundesligisten 1. FC Köln macht sich ernste Sorgen um seinen Torjäger Lukas Podolski. «Lukas ist der ganzen Sache nicht mehr gewachsen, er leidet unter diesem Druck», sagte Wolfgang Overath in einem Interview. Der ständige Wirbel um den Nationalstürmer müsse ein Ende haben. «In dieser Sache muss verdammt noch mal endlich Ruhe rein. Merken die Leute denn nicht, was sie dem Jungen antun?», gab Overath in dem Sportmagazin «Kicker» zu bedenken. Auch Uwe Rapolder ist davon überzeugt, dass der Rummel um Podolski hauptverantwortlich für die derzeitige Formkrise des 20 Jahre alten Angreifers ist. «Ich habe schon vor der Saison gesagt, dass es wegen der Erwartungshaltungen schwierig für Lukas wird», erklärte der FC-Coach, «es fehlt ihm die Spielfreude». Zugleich hofft der 47-Jährige darauf, dass Podolski gestärkt aus den Diskussionen hervorgeht. «Jetzt kann Poldi lernen, dass Fußball auch Kampf bedeutet. Er muss versuchen, in Tritt zu kommen, um der Mannschaft zu helfen.»
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Podolski selbst hofft, dass sich die Aufregung wieder legt. «Es ist Wahnsinn, wer hier alles seinen Senf dazu abgibt. Ich hoffe, die Sache beruhigt sich.» Besonders der private Ausflug nach Barcelona nach der Niederlage gegen Bayern München hatte für Aufruhr gesorgt. «Es war mein freier Tag, meine Güte. Ich habe doch nichts Verbotenes getan», so Podolski. «Es ist schon nervend, wenn man sich nicht mehr frei bewegen kann.» Durch den Rummel um seine Person fehle ihm momentan die volle Konzentration auf den Sport: «Ich will mich für den FC auf meinen Job konzentrieren. Aber das ist momentan fast unmöglich.» Dass auch ein Problem zwischen Podolski und Rapolder Ursache für seine seit Wochen anhaltende Formschwäche ist, verneinte Overath. «Es gibt keine Aversion von Lukas gegen den Trainer. Uwe Rapolder will, wie wir alle, dass Lukas gut spielt.» Zugleich stärkte Sportmanager Andreas Rettig seinem Coach den Rücken. «Es gibt vor dem Spiel in Wolfsburg keine Vorgaben an den Trainer. Die einzige Vorgabe ist der Klassenerhalt», erklärte Rettig. Nichts dran sei an den Spekulationen, dass Bayern München bereits eine Abmachung mit Podolski über einen Wechsel an die Isar getroffen hat. «Es gibt keine Vereinbarung, das ist die Sache doch gar nicht wert», sagte Overath. Zu einem vorzeitigen Transfer seines Stars zum FC Bayern schon in der Winterpause erklärte Kölns Vereinschef: «Wir wollen Lukas halten, wenn möglich mit ihm verlängern. Da kann er noch zehn Mal schlecht spielen. Das ändert gar nichts.»
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