Bielefelder Festspielwochen mit Hochstimmung
Bielefeld (dpa) - 31.10.2005, 12:54 Uhr
Der Bielefelder Zuma (l) erzielt gegen Torwart Enke und Halfar (r) das 2:0.
Die Bielefelder Festspielwochen gehen weiter. Schon Minuten vor dem Schlusspfiff des Fußball-Bundesligaspiels gegen Hannover 96 hielt es die Anhänger der heimischen Arminia nicht mehr auf ihren Sitzen. Stehend applaudierten sie ihren Lieblingen und belohnten sie damit für die famose Vorstellung beim 4:1 (1:0)-Erfolg. Der jüngste Akt eines unerwarteten Schauspiels versetzte nicht nur die Zuschauer, sondern auch Vereinspräsident Hans-Hermann Schwick in Hochstimmung: «Unglaublich. Ich kann mich nicht daran erinnern, wann wir schon einmal so einen Lauf hatten.» Nur einem blieb wenig Zeit, sich an der Erfolgsserie mit vier Pflichtspiel-Siegen in Serie zu berauschen. «Es war eines unserer besten Partien, aber ich muss jetzt möglichst schnell nach Hause», sagte Sibusiso Zuma. Seine hochschwangere Frau, die sich bereits mit Wehen für kurze Zeit ins Krankenhaus begeben hatte, war ihm wichtiger als die anerkennenden Worte seines Trainers und seiner Mitstreiter. Ein Anruf von ihr, und der Südafrikaner hätte den milden Oktoberabend statt auf dem Fußballplatz im Kreissaal verbracht.
Doch die Sorge des Bielefelder Trainers Thomas von Heesen, gegen Hannover ohne seinen neuen Star auskommen zu müssen, erwiesen sich als unbegründet. Wie schon in den Spielen gegen Hertha und Nürnberg bot der Torschütze zum 2:0 (53.) eine große Schau. Zusammen mit seinem an diesem Abend kongenialen Sturmpartner Isaac Boakye (69./84.) deckte er die Schwachstellen der Gäste-Abwehr schonungslos auf. Selbst Hannovers Trainer Ewald Lienen war beeindruckt: «Zuma ist ein außergewöhnlicher Bundesligaspieler.» Der für nur 550 000 Euro vom FC Kopenhagen verpflichtete Zuma hat großen Anteil daran, dass der Arminia binnen weniger Wochen der Sprung in der Bundesliga-Tabelle von Rang 16 (7. Spieltag) auf Platz 9 gelang. Davon hatte niemand nach den schwachen Spielen in der zweiten Septemberhälfte gegen Kaiserslautern (0:0), Dortmund (0:2) und Mönchengladbach (0:2) zu Träumen gewagt. Erst dieses Tief verhalf der Arminia nach Ansicht von Abwehrspieler Markus Schuler zum gegenwärtigen Hoch: «Damals haben uns alle prophezeit, dass wir der Absteiger Nummer eins sind. Da haben wir uns geschworen, uns niemals mehr so zu präsentieren wie gegen Mönchengladbach.» Ob ein solcher Schwur auch bei Hannover ähnliche Wunder bewirken könnte, darf nach dem 1:4 in Bielefeld bezweifelt werden. Schon nach dem frühen Gegentreffer durch Michael Fink in der 1. Spielminute geriet das Vorhaben der Norddeutschen, den Sprung ins Tabellen- Mittelfeld zu schaffen, mächtig ins Wanken. Stattdessen rücken die Abstiegsplätze wieder in bedrohliche Nähe. Der unerwartet heftige Rückschlag bereitete Manager Ilja Kaenzig Kopfzerbrechen: «Eigentlich haben wir dieses Spiel als Chance gesehen, nicht als Gefahr. Deshalb sind wir alle ein bisschen irritiert.»
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