Viel Dusel hatte der Spitzenreiter aus München, der bald in «FC Ballack» umgetauft werden könnte. Wie im Pokal bei Erzgebirge Aue (1:0) köpfte Michael Ballack den Siegtreffer zum 2:1 beim 1. FC Köln. «Wir freuen uns über den glücklichen Sieg. Das hatte ich mir anders vorgestellt», meinte Bayern-Coach Felix Magath, der sein Team beim Brunch auf den Champions-League-Trip zu Juventus Turin einstimmte. Getrübt wurde die Vorbereitung von der Nachricht über die Verletzung bei Roque Santa Cruz, der sich einen Kreuzbandriss zugezogen hat. Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge erhöhte daraufhin den Druck auf Torjäger Roy Makaay, der seit 994 Minuten ohne Treffer ist. «Roy muss mehr für sich und die Mannschaft arbeiten. Das ist ein Vorwurf, den er sich gefallen lassen muss.» Bittere Enttäuschung herrscht nach der großen Gegenwehr bei den kriselnden Kölner, die zum sechsten Mal hintereinander verloren. «Die Leistung macht Mut. Das 1:2 ist nur bedingt als Niederlage zu werten», sagte der angeschlagene Trainer Uwe Rapolder. Wie eine Erlösung war das 3:3 des VfB Stuttgart gegen Hertha BSC für den Schwaben-Trainer Giovanni Trapattoni. Allerdings dürfte auch der italienische Starcoach seine Schonfrist nur verlängert haben. Denn VfB-Sportdirektor Herbert Briem machte klar: «Unter dem Strich ist ein Punkt zu wenig.» Dies gilt auch für den 1. FC Kaiserslautern und Bayer 04 Leverkusen (2:2). «Wahrscheinlich werden wir wieder bis zum letzten Tag zittern müssen», fürchtet Lauterns Club-Chef René C. Jäggi einen zähen Abstiegskampf. Den Makel des Mittelmaßes konnte Bayer auch im fünften sieglosen Spiel nicht ablegen. «Jetzt müssen wir eben gegen Dortmund gewinnen», hofft Leverkusens Trainer Michael Skibbe. Bei den Westfalen ist nach vier Remis dagegen der Knoten gegen Borussia Mönchengladbach (2:1) geplatzt. «Zum ersten Mal in dieser Saison haben wir Kontakt nach oben», freute sich BVB-Sportmanager Michael Zorc. Nur drei Punkte ist der Tabellen-Achte von Schalke entfernt. Die Gladbacher nahmen nach zuletzt 13 Punkten aus fünf Spielen die Niederlage gelassen. «Wir bleiben Tabellenfünfter», stellte Sportdirektor Peter Pander fest. Nur sein Coach Horst Köppel fürchtet: «Jetzt werden uns wieder einige in die Pfanne hauen.» Dieses Wechselspiel wird auch dem Kollegen Norbert Meier trotz des 1:0 gegen den VfL Wolfsburg nicht erspart bleiben. Zunächst konnte er aber aufatmen: «Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie lebt.»
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