Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat den Trainer des Fußball-Bundesligisten VfB Stuttgart, Giovanni Trapattoni, aufgefordert, sich für seine Äußerung über Lokführer zu entschuldigen.
«Wenn ich mit dem Druck nicht fertig werden würde, wäre ich Lokführer geworden», hatte der Italiener nach der 2:3- Niederlage seines Vereins im DFB-Pokalspiel beim Zweitligisten Hansa Rostock nach Gewerkschaftsangaben gesagt. «Er hat einen ganzen Berufsstand diskreditiert», teilte der GDL-Bundesvorsitzende Manfred Schell mit.
Auch die Verkehrsgewerkschaft Transnet hatte den Fußballtrainer wegen dessen Aussage kritisiert. «Damit Herr Trapattoni den Berufsalltag eines Lokführers näher kennen lernen kann, wird die GDL ihn dazu einladen, einen Lokführer einen Tag lang bei der Arbeit zu begleiten», sagte Schell. Ein Lokführer stehe sehr wohl unter Druck. «Dies fängt beim täglichen Kampf gegen den Sekundenzeiger an, geht über seine enorme Verantwortung für Menschen und Güter weiter und endet angesichts des fortschreitenden Stellenabbaus bei der Deutschen Bahn in der Angst und den Erhalt des Arbeitsplatzes.»
Vor diesem Hintergrund sollte sich Trainer Trapattoni darauf konzentrieren, seine Mannschaft in die Erfolgsspur zu bringen, bevor er sich über die Arbeitsbedingungen von Lokomotivführern äußert. Nach der Kritik von Transnet hatte der 66-Jährige versichert, er habe «niemand beleidigt und keine Kraftausdrücke verwendet».