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Sapina-Anwälte: Hoyzer soll Schadenersatz mittragen

Berlin (dpa) - 28.10.2005, 16:18 Uhr

Robert Hoyzer beritt das Gerichtsgebäude in Berlin Moabit.
Robert Hoyzer beritt das Gerichtsgebäude in Berlin Moabit.

Ante Sapina, Hauptbeschuldigter im Prozess um manipulierte Wetten und Fußballspiele, will erreichen, dass der mitangeklagte Robert Hoyzer im Fall der Verurteilung mögliche Schadenersatzzahlungen mitträgt.

Eine entsprechende so genannte Streitverkündung sei von den Sapina-Anwälten an den Rechtsbeistand von Hoyzer übergeben worden, berichtet der «Tagesspiegel». Allein der staatliche Wettanbieter Oddset sieht sich durch die Manipulationen um rund 2,2 Millionen Euro geprellt. Falls sich Oddset mit einer zivilrechtlichen Klage durchsetzt, soll Hoyzer die Konsequenzen mittragen.

Damit spitzt sich die Auseinandersetzung zwischen den Angeklagten Ante Sapina und Hoyzer weiter zu, die am vierten Prozesstag vor dem Landgericht Berlin öffentlich ausgebrochen war. Hoyzer hatte der Sapina-Aussage vehement widersprochen, wonach er sich für einen Betrug auf dem Fußballplatz angeboten habe. Vielmehr sei er von den Brüdern Sapina - neben Ante sind auch Milan und Filip wegen gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs angeklagt - gezielt ausgesucht und kontaktiert worden, erklärte Hoyzer, der sich selbst als bequem und naiv dargestellt hatte.

Der ehemalige Präsident des FC Sachsen, Christian Rocca, reagierte auf die Aussage von Hoyzer, er habe nach dem von ihm geleiteten Regionalliga-Spiel der Leipziger gegen den Chemnitzer FC am 29. November 2003 (1:1) von Rocca 500 Euro überwiesen bekommen. «Ich weiß nicht, woher Herr Hoyzer die Kraft und Energie nimmt, sich solche netten Sachen auszudenken», erklärte Rocca der «Leipziger Volkszeitung». Es sei alles gelogen. «Die Berliner Staatsanwaltschaft hat schon vor Monaten die Ermittlungen eingestellt», sagte Rocca.

Hoyzer hatte ausgesagt, der ihm bekannte Rocca habe versucht, eine Beeinflussung der Partie zu erreichen. Für einen Leipziger Sieg sollen 3500 Euro, für einen Sieg des FC Sachsen mit Elfmetertor 5000 Euro geboten worden sein. Der Kontakt sei über Hoyzers Vater gelaufen, der ehemals als technischer Leiter beim FC Sachsen gearbeitet hatte, er habe aber abgelehnt. «Das Spiel ist definitiv nicht manipuliert worden», betonte der Ex-Referee. Die dennoch überwiesene Summe hatte Hoyzer allerdings «als Weihnachtsgeld» angenommen.


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