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TV-Poker kann zu Bundesliga-Aufstockung führen

Hannover (dpa) - 26.10.2005, 17:11 Uhr

DFL-Geschäftsführer Christian Seifert bei einer Pressekonfernez.
DFL-Geschäftsführer Christian Seifert bei einer Pressekonfernez.

Deutschlands Fußballfans und die 36 Proficlubs müssen sich im Rahmen des TV-Pokers auf gravierende Änderungen des Spielmodus einstellen.

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) schließt die Rückkehr zu Relegationsspielen um den Auf- und Abstieg sowie eine Aufstockung der Bundesliga und/oder 2. Liga auf 20 Mannschaften nicht aus. Das geht nach Angaben der Zeitschrift «Sport-Bild» aus den Unterlagen der Rechte-Ausschreibung hervor, die die DFL-Geschäftsführung den interessierten Fernsehsendern Anfang November zuschicken will.

«Wir sehen es als Verpflichtung an, möglichst alle Eventualitäten zu berücksichtigen. Das muss nicht heißen, dass die DFL ein Thema aktiv betreibt», erklärte dazu DFL-Geschäftsführer Christian Seifert. Nach seinen Angaben können die zukünftigen Spielpläne und Sendestrukturen zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch gar nicht feststehen. Sie würden sich aus dem Vergabeverfahren ergeben, das frühestens am 1. November beginnt.

In einem mehrseitigen Dokument hat die DFL genau festgehalten, was die TV-Sender bei ihrer Bewerbung um die TV-Rechte von der Saison 2006 an wissen müssen. So behält sich der Dachverband unter Punkt 5.1 «Wettbewerbsmodus» ausdrücklich vor, durch die Einführung von Entscheidungsspielen oder durch Veränderung der Anzahl der teilnehmenden Mannschaften den Wettbewerbsmodus zu ändern.

Die so genannten Relegationsspiele zwischen dem Drittletzten der Bundesliga und dem Dritten der 2. Liga gab es bereits in den Spielzeiten von 1981/82 bis 1990/91. Seit der dritten Bundesliga-Saison 1965/66 spielten in der höchsten Liga bis auf eine Ausnahme immer 18 Vereine. Nach der deutschen Vereinigung wurde die Bundesliga 1991/92 für eine Spielzeit auf 20 Vereine aufgestockt.


Zudem möchte die DFL-Führung Absprachen der TV-Sender und Bietergemeinschaften verhindern. Deshalb soll sich jeder Interessent verpflichten, «vor und nach Erstellung seines Angebotes dessen Einzelheiten, insbesondere über Höhe des Angebots und über Art des Verwertungsrechtepaketes, streng vertraulich zu behandeln und weder direkt noch indirekt Dritten, insbesondere anderen interessierten Unternehmen, zugänglich zu machen oder offen zu legen».

Neben den bisherigen TV-Partnern ARD/ZDF, DSF und Premiere, die zusammen rund 300 Millionen Euro pro Saison an die DFL zahlen, werden sich nach Angaben der «Sport-Bild» auch RTL und Kabel Deutschland (KDG) an dem neuen Bieterverfahren beteiligen. Der Kölner Free TV-Sender RTL wollte ein spezielles Interesse an den Live-Spielen der Bundesliga aber nicht bestätigen.

Die Live-Rechte müssen nach einer EU-Vorschrift wie alle anderen Rechte extra ausgeschrieben werden. Die DFL will alle Rechte-Pakete Anfang November veröffentlichen. Die Abgabe-Frist für die Angebote endet für die TV-Sender danach am 1. Dezember. «Fakt ist, dass die DFL der EU-Kommission ein diskriminierungsfreies Verfahren zugesagt hat, um größtmögliche Chancengleichheit bei allen potenziellen Interessenten zu gewährleisten», betonte Seifert.

So soll auch Kabel Deutschland um die Pay TV-Rechte mitbieten können, für die bisher Premiere rund 180 Millionen Euro pro Saison zahlt. Im Gegensatz zu Premiere - der Abo-Kanal hat derzeit rund 3,4 Millionen Abonnenten - erreicht KDG derzeit nur 300 000 Kunden. DFL-Geschäftsführer Seifert soll deshalb laut der Zeitschrift die Anforderung an alle Bewerber, eine technische Reichweite von 80 Prozent aufzuweisen, als «Fallstrick» für KDG bezeichnet haben.

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