TV-Poker kann zu Bundesliga-Veränderungen führen
Hannover (dpa) - 26.10.2005, 14:32 Uhr
DFL-Geschäftsführer Christian Seifert bei einer Pressekonfernez.
Deutschlands Fußballfans und die 36 Proficlubs müssen sich im Rahmen des TV-Pokers auf gravierende Änderungen des Spielmodus einstellen. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) schließt die Rückkehr zu Relegationsspielen um den Auf- und Abstieg sowie eine Aufstockung der Bundesliga und/oder 2. Liga auf 20 Mannschaften nicht aus. Das geht nach Angaben der Zeitschrift «Sport-Bild» aus den Unterlagen der Rechte-Ausschreibung hervor, die die DFL-Geschäftsführung den interessierten Fernsehsendern Anfang November zuschicken will. In dem 35 Seiten umfassenden Dokument hat DFL-Geschäftsführer Christian Seifert genau festgehalten, was die TV-Sender bei ihrer Bewerbung um die TV-Rechte von der Saison 2006 an wissen müssen. So behält sich der Dachverband unter Punkt 5.1 «Wettbewerbsmodus» ausdrücklich vor, «nach Beschlussfassung durch die zuständigen Organe den Wettbewerbsmodus zu ändern, z.B. durch die Einführung von Entscheidungsspielen, durch Veränderung der Anzahl der teilnehmenden Mannschaften und Kapitalgesellschaften etc.»
Die so genannten Relegationsspiele zwischen dem Drittletzten der Bundesliga und dem Dritten der 2. Liga gab es bereits in den Spielzeiten von 1981/82 bis 1990/91. Seit der dritten Bundesliga-Saison 1965/66 spielen in der höchsten Liga bis auf eine Ausnahme immer 18 Vereine. Nach der deutschen Vereinigung wurde die Bundesliga 1991/92 für eine Spielzeit auf 20 Vereine aufgestockt. In den 35 Seiten umfassenden Dokument möchte die DFL-Führung Absprachen der TV-Sender und Bietergemeinschaften verhindern. Deshalb soll sich jeder Interessent verpflichten, «vor und nach Erstellung seines Angebotes dessen Einzelheiten, insbesondere über Höhe des Angebots und über Art des Verwertungsrechtepaketes, streng vertraulich zu behandeln und weder direkt noch indirekt Dritten, insbesondere anderen interessierten Unternehmen, zugänglich zu machen oder offen zu legen.» |