Stolze Mainzer träumen: Müssen Bayern-Sieg «vergolden»

03.03.2016, 12:31 Uhr
Stolze Mainzer träumen: Müssen Bayern-Sieg «vergolden»
Mainz bezwang Bayern München mit 2:1. Foto: Karl-Heinz Hofmann

München (dpa/lrs) - Zu nächtlicher Stunde schwärmte der bewegte Martin Schmidt von seiner Mainzer Mannschaft, die sich mehr und mehr zu einem Champions-League-Kandidaten entwickelt.

«Die Geschichte vom Mainzer Sieg von vor fünf Jahren in München geisterte irgendwo immer rum und ich habe gesagt: Die Geschichte ist uns nicht wichtig, wir wollen eine eigene schreiben», philosophierte der FSV-Coach am Mittwochabend bei der Pressekonferenz neben Pep Guardiola. «Jetzt können sie die nächsten fünf Jahre über dieses Team reden, auf das ich sehr, sehr stolz bin. Und jetzt braucht es eigentlich nicht viel mehr Worte, sonst rede ich, glaub ich, nur noch Quatsch.»

Erst brachte der Tabellenfünfte die Verpflichtung von Rouven Schröder als neuen Manager unter Dach und Fach, dann vermiesten sie mit ihrem 2:1-Sieg Uli Hoeneß die Stadion-Rückkehr und den Bayern die Laune vor dem Liga-Gipfel gegen Dortmund. «Man jubelt, man ist ausgelassen, es eskaliert ganz dezent», berichtete der bärenstarke Verteidiger Leon Balogun über das Geschehen in der Umkleidekabine. «Man kann mit dem Glauben doch Berge versetzen.» Eine taktisch starke Vorstellung, enorme physische Präsenz und hohe Effektivität im Angriff bei fünf Torschüssen im Vergleich zu 16 der Bayern waren der Schlüssel.

Jairo Samperio (26. Minute) und Jhon Cordoba (86.) sorgten bei einem Gegentreffer von Arjen Robben (64.) für den Erfolg; ein 2:1, wie am 25. September 2010 mit den Bruchweg-Boys André Schürrle, Lewis Holtby und Adam Szalai. Das Ensemble des Jahres 2016 darf mehr denn je von einem Mainzer Comeback auf internationaler Bühne träumen. «Wir werden jetzt keine neuen Ziele ausgeben», erklärte Präsident Harald Strutz. Zweimal scheiterten die 05er in der Qualifikation zur Europa League, 2005 durften sie in der ersten Runde im UEFA-Cup ran.

Die Spieler nähmen natürlich gerne mehr mit. «Wollen tut das jeder, sonst wären wir im falschen Sport. Wir wollen immer das Maximale», sagte der herausragende Torwart Loris Karius voller Selbstvertrauen. Davon nahm auch Siegtorschütze Cordoba eine gute Portion mit. «Das war ein sehr wichtiges Tor für meine Karriere, aber natürlich auch für die Mannschaft», sagte der kantige Kolumbianer. Man müsse so weiter arbeiten, forderte der Stürmer. «Das müssen wir am Sonntag gegen Darmstadt vergolden», erklärte auch Siegtrainer Schmidt.

Sportlich läuft es praktisch perfekt für die Mainzer, die nun auch die Nachfolge des zu Schalke wechselnden Managers Christian Heidel geregelt haben. Heidel kann den vom SV Werder kommenden Schröder noch einarbeiten. Die Formalitäten mit Bremen sind geklärt. «Wir wollten Rouven Schröder direkt haben. Er übernimmt eine schwere Aufgabe, aber er wird ein bestelltes Feld vorfinden», erklärte Strutz.

Bundesliga-Spielplan

Bundesliga-Torschützenliste

Bundesliga-Statistiken FC Bayern

Bundesliga-Statistiken Mainz 05

Meister und Herbstmeister

Deutsche Nationalmannschaft DFB Nationalmannschaft Fanartikel

Nationalmannschaft Tickets bei Viagogo bestellen