Ante Sapina zeichnet Hoyzer-Bild: Genoss die Macht
Berlin (dpa) - 25.10.2005, 15:30 Uhr
Ante Sapina steht im Gerichtssaal im Landgericht in Berlin Moabit.
Ante Sapina hat im Prozess um manipulierte Fußballspiele den mitangeklagten Robert Hoyer als geldgeilen und feiersüchtigen Aufsteiger beschrieben, der seine Macht als Schiedsrichter extrem genoss. Zwar relativierte der kroatische Hauptangeklagte am dritten Verhandlungstag vor dem Landgericht Berlin seine ersten Darstellung von Hoyzer als Anstifter, blieb aber bei seinen Aussagen, dass der Referee ihm zuerst eine Spiel-Manipulation angeboten habe. Er wolle damit aber nicht ausdrücken, dass Hoyzer der «Drahtzieher» sei, sagte Sapina. «Das ist nicht zutreffend.» Es hätten sich «zwei Gleichgesinnte gefunden», die wegen Geld und Spaß gemeinsam an Manipulationen im deutschen Fußball gegangen waren. «Er ist nun mal geldgeil, ich bin ein Zocker», sagte Ante Sapina, der weiter in Untersuchungshaft sitzt. Um das Verhältnis zwischen ihm und Skandal-Schiedsrichter Hoyzer zu erklären, bemühte der 29-Jährige ein kroatisches Sprichwort: «Man muss einen Frosch auch nicht überreden, ins Wasser zu springen.» Hoyzer habe bereits vor ihrem Kennenlernen Fußball-Spiele auf dem Platz manipuliert, er habe das schon mit Hilfe von Spielern gemacht, erklärte Sapina.
In wesentlichen Punkten bestätigte der «Navigator» bei seinen Aussagen die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft, was den Ablauf der Manipulationen oder Manipulationsversuche bei insgesamt 23 Spielen betrifft. So habe er vor der Zweitliga-Partie Dynamo Dresden gegen Unterhaching zwar je 5000 Mark Vermittlungsgebühr an den ehemaligen Dynamo-Spieler Torsten Bittermann und Schiedsrichter-Betreuer Wieland Ziller übergeben, zu einem direkten Kontakt mit Bundesliga-Referee Jürgen Jansen sei es aber nie gekommen. Ziller habe ihn Glauben gemacht, dass Jansen sowohl beim Dresden-Spiel am 21. November 2004 als auch bei der Erstliga-Partie Kaiserslautern gegen Freiburg «etwas machen» könne, sagte Ante Sapina aus. Dafür soll er an Ziller insgesamt 35 000 Euro übergeben haben, die dieser aber nicht weitergereicht haben will. Vor dem Spiel Mainz gegen Nürnberg habe er Ziller nochmals um direkten Kontakt zu Jansen gebeten, dieser kam aber nicht zu Stande: «Damit war die Sache erledigt», sagte Sapina. Ein Ermittlungsverfahren gegen Jansen war am 29. Juli eingestellt worden. |