Schaaf und Labbadia nehmen Trainer Schmidt in Schutz

Hannover (dpa) - 25.02.2016, 14:54 Uhr
Schaaf und Labbadia nehmen Trainer Schmidt in Schutz
Thomas Schaaf nimmt Kollege Roger Schmidt in Schutz und kritisiert das DFB-Sportgericht. Foto: Maja Hitij

Thomas Schaaf hat in ungewöhnlich scharfer Form das Urteil des DFB-Sportgerichts gegen Leverkusens Trainer Roger Schmidt kritisiert. Auch Bruno Labbadia hat großes Verständnis für das Verhalten seines Kollegens.

«Für mich ist es ein Hammer, dass mein Trainerkollege Roger Schmidt für drei plus zwei Spiele gesperrt wird und eine Geldstrafe bekommt, ohne in der Situation die Chance gehabt zu haben, eine Klärung mit dem Schiedsrichter herbeiführen zu können», erklärte der Coach des Fußball-Bundesligisten Hannover 96 im Interview der «Syker Kreiszeitung».

Für Schaaf zeige der Fall Schmidt, dass die Chemie zwischen Trainern und Schiedsrichtern derzeit nicht stimme. «Wir Trainer haben über viele Jahre versucht, durch Gespräche das Verhältnis zu den Schiedsrichtern zu verbessern. Wir haben Vorschläge gemacht, wie man die Spielführung zugunsten der Unparteiischen vereinfachen kann. Das wurde fast alles ignoriert», argumentierte der 96-Trainer und fügte hinzu: «Was wir in Leverkusen erlebt haben, ist ein klares Zeichen, dass es im Moment absolut nicht funktioniert.»

«Ich finde das schon heftig und muss auch sagen, dass ich den Kollegen verstehen kann, dass er sich aufgeregt hat. Er hat sich ja auch etwa 47 000 Mal entschuldigt», sagte HSV-Coach Bruno Labbadia bei einer Pressekonferenz. Die Strafe sei sehr hart ausgefallen, urteilte Labbadia. «Klar, keine Frage, denn ich finde nicht, dass der Schiedsrichter so deeskalierend war», sagte er.

Schade finde er es, dass nach dem Bundesligaspiel zwischen den Leverkusenern und Borussia Dortmund «nicht über den Fehler gesprochen wurde, den Freistoß sechs Meter vorverlegt zu haben».

Nach Ansicht des früheren Werder-Trainers hat Roger Schmidt, der im Rahmen seiner Trainer-Ausbildung mehrere Wochen bei Schaaf in Bremen hospitiert hatte, etwas falsch gemacht, als er sich weigerte, auf die Tribüne zu gehen. «Aber er hat niemanden beleidigt oder tätlich angegriffen. Es geht sicherlich auch um Deeskalation, davon kann bei der Spielunterbrechung von Herrn Zwayer nicht unbedingt die Rede sein», kommentierte Schaaf.

Den Dialog zwischen Schiedsrichtern und Trainern möchte er aber nicht beenden. «Wir Trainer müssen sehr viel über uns ergehen lassen. Aber aussteigen sollte man aus der Kommunikation auch nicht. Es muss sich aber auch mal etwas verändern», sagte der frühere Meistertrainer.

Interview Kreiszeitung

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