WM 2006 bleibt das große Ziel von Mike Hanke
Wolfsburg (dpa) - 25.10.2005, 11:31 Uhr
Wolfsburgs Mike Hanke (2.v.l.) ertzielt einen Treffer gegen Graz.
Mike Hanke hat eine wichtige Etappe seiner ganz persönlichen «Operation WM 2006» zu seiner Zufriedenheit gemeistert. Der Stürmer aus dem Ruhrpott ist in seiner neuen beruflichen Umgebung in Niedersachsen angekommen. «Ich fühle mich wohl in Wolfsburg. Hier genieße ich das Vertrauen aller, auf Schalke standen nur die Fans zu 100 Prozent hinter mir», berichtete der 21 Jahre alte Angreifer, dessen Wechsel vom Champions-League-Teilnehmer Schalke 04 in die Fußball-Provinz ein Jahr vor der Weltmeisterschaft kein ungeteiltes Verständnis fand. Millionen-Einkauf Hanke hat seine Kritiker bisher zwar noch nicht vollends überzeugen können. Die Statistik aber gibt ihm recht. Trotz einiger Startprobleme wegen des verlängerten Urlaubs nach dem Confederations Cup und kleinerer Verletzungen hat sich der 1,83 Meter große Blondschopf auf Anhieb einen Stammplatz im Angriff der «Wölfe» erobert, was ihm auf Schalke trotz allen Bemühens nicht gelungen war. Auch das Verständnis mit seinem neuen Sturmpartner Diego Klimowicz klappt immer besser.
Drei Tore aus acht Bundesliga-Partien - diese Bilanz ist allerdings ausbaufähig. Das weiß auch Hanke, der vor allem ein Manko möglichst schnell tilgen will: «Zu Hause habe ich noch nicht getroffen. Das wurmt mich.» Eine Ausbeute im zweistelligen Bereich hat sich der Sohn eines Bergmanns aus dem Revier vorgenommen. Daran arbeitet er konsequent, verbissen und schießt manchmal über das Ziel hinaus. Dass er einen eigenen Fitness-Trainer engagieren wollte, um die Spitzigkeit zu verbessern, fand vor Wochen bei den Verantwortlichen in Wolfsburg keine Gegenliebe. Mittlerweile konzentriert sich der Vollblut-Stürmer wieder auf das, was ihn in Deutschlands Fußball-Arenen bekannt gemacht hat: aufs Toreschießen. Am nachhaltigsten gelungen ist Hanke das in der U-21-Auswahl mit 14 Toren in 24 Partien. «Er ist ein echter Torjäger. Auf ihn setzten wir auch im Viertelfinale der EM», lobte Trainer Dieter Eilts. Bei Hanke kommt das Lob gut an, aber er weiß auch was ihm die «kleine Nationalelf» bringt: Jedes Spiel ist eine gute Gelegenheit, mich zu präsentieren.» Mike Hanke sagt dies bewusst, denn trotz der Sperre für die ersten beiden Vorrundenpartien («Da war ich ziemlich geplättet») sieht er sich in Sachen WM im eigenen Land auf einem guten Weg. «Ich glaube weiterhin fest an meine Chance. Die wird größer, wenn ich treffe», weiß er. Tore in der EM und für den VfL sind die beste Bewerbung. Dann kommt auch Nationaltrainer Jürgen Klinsmann nicht an ihm vorbei. Wenn die Quote stimmt, will der das ohnehin nicht. Das hat «Klinsi» Hanke versichert.
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