Funkel: Mit Ruhe und Gelassenheit zum Erfolg
Frankfurt/Main (dpa) - 25.10.2005, 11:13 Uhr
Frankfurts Trainer Friedhelm Funkel freut sich über einen Sieg.
Mit Ruhe und Gelassenheit hat Friedhelm Funkel die Frankfurter Eintracht in die Bundesliga zurückgeführt, nun will der 51-Jährige die frühere «Diva vom Main» auf Dauer in der Beletage des Profifußballs etablieren. Dass es mit der in den vergangenen Jahren zur Fahrstuhlmannschaft abgestiegenen Eintracht sportlich wieder aufwärts geht, ist zu allererst ein Verdienst des Trainers. «Er hat bewiesen, dass er seinen Job kann», sagt Frankfurts Vorstandschef Heribert Bruchhagen und stellt seinem wichtigsten Angestellten damit ein gutes Zeugnis aus. Trotz einiger Rückschläge seit seinem Amtsantritt im Sommer 2004 hat Funkel seinen Weg geradlinig beibehalten und sich im als sehr kritisch bekannten Vereinsumfeld Respekt erworben. «Man muss Geduld und Zeit investieren. Die jungen Spieler können nur wachsen, wenn sie die Rückendeckung des Trainers genießen und auch mal Fehler machen dürfen», lautet Funkels Credo. Dies kommt auch beim Vorstand gut an. Obwohl nur mit einem Einjahresvertrag ausgestattet, sitzt er bei den Hessen fest im Trainersattel. «Ich fühle mich rundum wohl in Frankfurt, sowohl in der Stadt als auch im Verein. Es macht mir sehr großen Spaß, hier zu arbeiten», sagt Funkel.
Dabei war der frühere Bundesligaprofi nur zweite Wahl, als die Eintracht vor 16 Monaten einen Nachfolger für den entlassenen Willi Reimann suchte. Nachdem Ralf Rangnick dem damaligen Kader Perspektivlosigkeit bescheinigt und dem Club abgesagt hatte, übernahm Funkel das Kommando. Kein Wunder, dass sich der Eintracht-Coach vor dem Pokalduell mit Schalke 04 einen kleinen Seitenhieb auf seinen Kollegen nicht verkneifen konnte. «Es ist gelungen, eine junge deutschsprachige Mannschaft aufzubauen und diese in die Bundesliga zu führen. Das hat Ralf Rangnick nicht für möglich gehalten», betont Funkel. Dass Rangnick mit den «Königsblauen» in der Champions League spielt, während er mit der Eintracht um den Klassenverbleib kämpft, stört Funkel nicht. «Es ist immer eine Herausforderung, einen Verein mit wenigen Möglichkeiten nach oben zu führen oder in der Bundesliga zu halten. Das füllt mich aus, mit dieser Aufgabe bin ich zufrieden», sagt Funkel. Bisher habe sich nie die Gelegenheit geboten, höhere Ziele zu verwirklichen. Als Anfragen von entsprechenden Vereinen vorlagen, war er vertraglich gebunden. |
In der Branche hat er sich dennoch einen guten Ruf erworben. Bei Uerdingen, Duisburg, Rostock, Köln und nun Frankfurt saß Funkel in über 300 Bundesligaspielen auf der Bank. «Seine Erfahrung spricht für ihn. Er ist ein ordentlicher Trainer, deshalb haben wir ihn verpflichtet», sagt Bruchhagen über Funkel. Der kann sich eine Fortsetzung der Zusammenarbeit, die er als bislang «sehr wohltuend» bezeichnet, gut vorstellen. «Die beiden bisherigen Vertragsgespräche haben jeweils nur fünf Minuten gedauert. Die Eintracht hat ein faires Angebot gemacht, und ich bin kein Typ, der feilscht. Im Winter setzen wir uns wieder zusammen und sprechen darüber, wie es weitergeht», sagt Funkel.
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