Der Kursverlauf der vergangenen Jahre dokumentiert den steten Verfall. Selbst der Gewinn der Deutschen Meisterschaft 2002 verhalf zu keinem signifikanten Aufwärtstrend. Längst war das Misstrauen der Finanzwelt stärker als der Glaube an eine rosige sportliche Zukunft. Auch die in letzter Not im Oktober 2004 durchgeführte Kapitalerhöhung konnte Niebaum und seinen Mitstreiter Michael Meier nicht retten. Das finanzielle Engagement von Großaktionär Florian Homm, der diese Kapitalerhöhung quasi im Alleingang ermöglicht hatte, verlängerte deren Amtszeit nur für kurze Zeit. Nur das Wohlwollen der Gläubiger verhinderte im März 2005 den Gang zum Konkursverwalter. In letzter Minute wendeten die Zeichner des Stadionfonds Molsiris am Düsseldorfer Flughafen die drohende Bruchlandung ab. Der tiefe Fall der Borussia kam für Finanzfachmann Heise nicht überraschend: «Es wurde immer nur vom Best-Case ausgegangen. Aber der für eine erfolgreiche Fußball-Aktie nötige sportliche Erfolg lässt sich nicht planen.» Die neue Unternehmensführung wird Jahre brauchen, um das Vertrauen zurückzugewinnen. Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hat dem BVB einen knallharten Sanierungskurs verordnet. Das macht Sinn, birgt aber Risiken: Denn der Grad zwischen wirtschaftlicher Vernunft und sportlicher Konkurrenzfähigkeit ist schmal. Mit dem mutigen Schritt seiner Vorgänger an die Börse konnte sich Watzke bis heute nicht anfreunden: «Die damit einhergehende Transparenz ist für einen Fußballclub nicht produktiv, das bremst in vielen Bereichen.» Selbst für den unwahrscheinlichen Fall, dass der BVB trotz finanzieller Sachzwänge den Weg zurück in die Champions League findet, können sich die Anleger der ersten Stunde nur geringe Hoffnungen auf Rendite machen. «Die Aktie kann sich erholen, wird den Emissionspreis aber auf lange Sicht nicht erreichen», glaubt Heise.
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