Frankfurter Eintracht in der Abwärtsspirale

Köln (dpa) - 14.02.2016, 10:44 Uhr
Frankfurter Eintracht in der Abwärtsspirale
Frankfurts David Angel Abraham nach der Niederlage in Köln. Foto: Marius Becker

Heribert Bruchhagen beschönigte nichts. «Wir brauchen nur auf die Tabelle schauen: Es ist prekär», sagte der Vorstandschef von Eintracht Frankfurt niedergeschlagen nach dem 1:3 (1:1) im Bundesligaspiel beim 1. FC Köln.

Als Tabellen-15. sind die Hessen nur einen Punkt vom Relegationsplatz entfernt: Die Angst vor dem fünften Abstieg nach 1996, 2001, 2004 und 2011 wird größer. «Es wird immer gefährlicher. Wir müssen punkten, sonst wird es eng», sagte Alexander Meier. Der 12. Saisontreffer des 33 Jahre alten Torjägers zum 1:0 (24. Minute) schürte nur kurz die Hoffnung auf den ersten Sieg in der Domstadt nach 22 Jahren, die Yannick Gerhardt (29.), Dominique Heintz (57.) und Anthony Modeste (72.) aber mit ihren Toren zunichte machten.

«Man darf nicht zu schwarz sehen», forderte Kapitän Meier und machte zugleich seine Verärgerung über Referee Felix Zwayer Luft. «Ich sage sonst nichts über den Schiedsrichter, aber heute war er schlecht.» Der Berliner habe «Fouls gepfiffen, die normale Zweikämpfe waren» - speziell das an Marcel Risse: Der Freistoß führte dann zum 1:2.

«Wenn man in so einer Abwärtsspirale ist, dann kommt das dazu», meinte Frankfurts Sportdirektor Bruno Hübner bitter und stellte frustriert fest: «Es bleiben noch vier, fünf Mannschaften, die die letzten drei Plätze ausspielen. Der Anschluss ist weiter weggerückt.» Die Erinnerung an das famose 6:2 im Hinspiel gegen Köln, als man in Frankfurt vom Europacup sprach, ist längst verblasst.

Eintracht-Chefcoach Armin Veh haderte wie Meier mit Zwayer («Es waren Dinge, die ich als Fußballlehrer nicht verstehe») - übte aber auch Kritik an seiner Mannschaft. «Wir haben mit viel Leidenschaft gespielt, aber ohne Kopf», befand er nach seinem wenig erfreulichen 300. Einsatz als Bundesligatrainer. Dennoch gab er sich demonstrativ gelassen. «Die Bedrohung ist weiter gleich groß. Wir können jedoch mit dem Druck umgehen und brauchen einen Sieg.» Am besten schon am Freitag gegen den Hamburger SV.

Während die Frankfurter in den noch ausstehenden 13 Spielen gegen den fünften Abstieg kämpfen, können die Kölner (Rang 9/29 Punkte) sehr entspannt dem Liga-Endspurt entgegenblicken. «Für uns ist das ein ganz wichtiger Sieg. Wir haben uns ein bisschen Luft verschafft», freute sich FC-Trainer Peter Stöger, der seine Kappe abnahm und sich vor seinen Spielern verneigte. «Ich bin sehr stolz, dass die Spieler es so hinbekommen haben.»

Neun Punkte beträgt der Abstand auf den Relegationsplatz nun schon. «Die drei Punkte tun gut, machen das Polster nach hinten größer und geben Rückenwind für das Derby am Samstag in Mönchengladbach», meinte Dominique Heintz, für den es ein ganz besonderer Tag war.

Der Innenverteidiger und U21-Nationalspieler hatte vor der Partie seinen Vertrag mit dem 1. Köln bis 2021 verlängert - und das 2:1 geköpft. «Ich bin immer noch da, um Tore zu verhindern und den Laden sauber zu halten», sagte Heintz, «aber wenn ich beim Standard nach vorne gehe und mal einen einnicke, ist das eine schöne Sache.»

Noch schöner wäre es für ihn, wenn bei Borussia Mönchengladbach nach dem 1:0-Hinspielerfolg der zweite Coup gelingen würde. «Der Sieg hat uns befreit für das Spiel in Gladbach. Wir werden versuchen, dort zu gewinnen.» Sein Trainer ist mittlerweile sogar überzeugt, jeden in der Liga die Stirn bieten zu können. «Wir haben Argumente, dass wir gute Gegner schlagen können», meinte Stöger.

Spielbericht auf der Homepage vom 1. FC Köln

Infos zum Spiel auf der Eintracht-Homepage

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