Herzrhythmusstörungen: Stevens tritt als 1899-Coach zurück

Zuzenhausen (dpa) - 10.02.2016, 16:18 Uhr
Herzrhythmusstörungen: Stevens tritt als 1899-Coach zurück
Huub Stevens ist als Trainer von 1899 Hoffenheim zurückgetreten. Foto: Deniz Calagan

Huub Stevens hat sein Traineramt bei 1899 Hoffenheim wegen «Herzrhythmusstörungen» niedergelegt. Das bestätigte der Niederländer während einer Pressekonferenz des Fußball-Bundesligisten.

Es sei möglich, dass er sich in «kürzerer Zukunft» sogar einer Operation unterziehen müsse, sagte Stevens. Der 62-Jährige erklärte, in der brisanten Situation des Tabellen-17. verdiene der Club «einen Trainer, der 120 Prozent» bringen kann, um den Verein vor dem Abstieg zu retten. Dazu sei er derzeit aber nicht in der Lage. Sportdirektor Alexander Rosen sagt, die Gründe für den Rücktritt von Stevens seien «absolut nachvollziehbar».

Stevens werde die Bundesliga und Hoffenheim auch in Zukunft verfolgen. «Aber um auf dem Platz zu stehen und zu reagieren, da glaube ich, dass das Risiko zu groß ist.» Die Ärzte hätten ihm zwar nicht zu diesem Schritt geraten. «Aber man macht sich seine Gedanken. Die Gesundheit geht immer vor», sagte Stevens. Zudem geht er sogar von einem Ende seiner Trainerkarriere aus. «Ich denke schon», antwortete der Niederländer auf eine entsprechende Frage und fügte mitgenommen hinzu. «Schade!»

Damit stehen die Kraichgauer drei Tage vor dem wichtigen Spiel bei Werder Bremen ohne Trainer da. «Wir waren genauso überrascht», sagte Mediendirektor Christian Frommert. Stevens' Nachfolge sollen vorerst seine beiden bisherigen Assistenten Alfred Schreuder und Armin Reutershahn übernehmen.

Hinter den Kulissen sollen sich die Verantwortlichen zudem darum bemühen, den 28 Jahre alten Julian Nagelsmann bereits jetzt in die Trainingsarbeit einzubinden. Der bisherige A-Jugend-Trainer sollte im Sommer ohnehin die Nachfolge von Stevens antreten, der Ende Oktober des vergangenen Jahres als Retter für den am Ende erfolglosen Markus Gisdol geholt worden war.

Stevens hatte zuletzt in ähnlicher Lage den VfB Stuttgart zweimal vor dem Abstieg bewahrt. Die Hoffnung von Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp, dass der Trainer-Routinier auch seinen einstigen Dorfclub wieder in sichere Tabellen-Gefilde führt, erfüllte sich aber nicht.

In zehn Spielen unter der Regie des 62-Jährigen holte die TSG nur acht Punkte und einen Sieg. Nach der 0:2-Heimniederlage am Sonntag gegen Aufsteiger Darmstadt 98 steht die TSG in der Tabelle nur auf Platz 17. Der Rückstand auf den nächsten Gegner Bremen auf dem Relegationsrang beträgt bereits fünf Punkte.

Dennoch hatten sowohl Stevens als auch die Verantwortlichen einen erneuten Trainerwechsel zuletzt noch ausgeschlossen. Stattdessen hatte der Niederländer Fragen in dieser Hinsicht am Sonntag brüsk zurückgewiesen und stattdessen an den Zusammenhalt im Verein appelliert.

Allerdings war Stevens zuletzt auch intern nicht mehr unumstritten. Mit seiner knurrigen Art und deutlichen Ansprache waren nicht alle Spieler klargekommen. Zudem hatten einige Personalentscheidungen des erfahrenen Trainers für Verwunderung gesorgt. So hatte Stevens Nationalspieler Kevin Volland beim Auswärtsspiel in München auf die Bank verbannt, um ihn eine Woche später gegen Darmstadt wieder in die Startformation zu berufen. Vor allem offensiv brachten die Hoffenheimer unter Stevens nicht viel zustande und stellen mit 18 Treffern die zweitschlechteste Offensive hinter Ingolstadt.

Stevens-Porträt auf Hoffenheim-Homepage

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