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Trainer-Trio in der Schusslinie - Bayern top

Düsseldorf (dpa) - 23.10.2005, 19:22 Uhr

Kölns Trainer Uwe Rapolder verlässt das Spielfeld in Frankfurt am Main.
Kölns Trainer Uwe Rapolder verlässt das Spielfeld in Frankfurt am Main.

Nach dem turbulenten 10. Spieltag in der Fußball-Bundesliga sind drei Trainer in die Schusslinie geraten. Besonders für Uwe Rapolder, Coach des 1. FC Köln, wird die Luft nach der sportlichen Talfahrt des rheinischen Clubs immer dünner.

«Wenn wir so weiter spielen, können wir für die 2. Liga planen», meinte FC- Nationalspieler Lukas Podolski nach dem 3:6-Debakel bei Eintracht Frankfurt. Aber auch Wolfgang Wolf (1. FC Nürnberg) und Michael Henke (1. FC Kaiserslautern) benötigen allen Treueschwüren zum Trotz dringend Erfolgserlebnisse, um ihren Arbeitsplatz zu erhalten. Die Tabellenspitze hat sich derweil Bayern München mit dem 4:0-Erfolg gegen den MSV Duisburg zurückerobert, da Werder Bremen im Niedersachsen-Derby bei Hannover 96 über ein 0:0 nicht hinauskam.

Nach der 1:3-Pleite in Mainz missglückte auch das Heimdebüt von Bayer Leverkusens neuem Trainer Michael Skibbe. Tranquillo Barnetta (56.) brachte sein Team in der BayArena gegen den VfB Stuttgart zwar in Führung, doch Danijel Ljuboja gelang mit einem verwandelten Foulelfmeter (72.) der verdiente Ausgleich für die Schwaben. Ebenfalls 1:1 trennten sich Borussia Dortmund und der Hamburger SV nach Treffern von Christoph Metzelder (58.) und Piotr Trochowski (74.), der den Rot-gesperrten Rafael van der Vaart ersetzte. Die Hanseaten festigten mit dem Remis den dritten Platz.

Nach der fünften Niederlage in Serie und dem desaströsen Auftritt beim Mitkonkurrenten wirkt Rapolder schwer angeschlagen. «Das ist nur schwer zu verkraften. Jetzt geht es rund in Köln», sagte er. Clubchef Wolfgang Overath stärkte seinem Coach den Rücken. «Wir werden den Trainer nicht entlassen.» Und an einen freiwilligen Rückzug denkt Rapolder nicht. «Ich mache meinen Job weiter, solange man mich lässt». Die wie entfesselt aufspielenden Hessen hatten die Partie schon zur Pause (4:1) entschieden. «Das hat uns bis ins Mark getroffen», gestand FC-Manager Andreas Rettig.

Ratlos und frustriert nahm Wolf die Last-Minute-Heimpleite gegen Arminia Bielefeld (2:3) hin. «In solchen Momenten hasst man den Beruf. Da bricht eine Welt zusammen. So kommen wir da unten nicht raus», sagte der FCN-Trainer, dessen Mannschaft zwei Minuten vor dem Abpfiff noch 2:1 führte, ehe Diego Leon und Sibusiso Zuma zum Sieg der Ostwestfalen trafen. Der Trainer stehe nicht zur Disposition, erklärte Präsident Michael A. Roth wie schon so häufig. Nach einer Krisensitzung sprach er Wolf ausdrücklich das Vertrauen aus: «Der Trainer ist schuldlos an der Situation. Es gibt keinen Grund, ihn in Frage zu stellen. Wolf bleibt Trainer.»


Auch Michael Henke steht nach sieben sieglosen Spielen in Serie beim 1. FC Kaiserslautern mit dem Rücken zur Wand. «Es kommt im Moment knüppeldick für uns. Aber Moral und Einstellung stimmen», sagte der frühere Hitzfeld-Assistent nach der 1:4-Niederlage bei Borussia Mönchengladbach. Wenige Tage nach der Trennung von Kapitän Ciriaco Sforza, der bei Präsident René C. Jäggi den Trainersturz erwirken wollte, stärkte der FCK-Clubchef der sportlichen Leitung weiter den Rücken. «Die Mannschaft bleibt in den Händen von Henke und kommt trotzdem wieder nach oben», sagte Jäggi. Die erstaunlich guten Gladbacher festigten nach Toren von Jeff Strasser, Peer Kluge, Oliver Neuville und Timo Wenzel (Eigentor) ihren unerwarteten fünften Platz.

Nur eine Woche gönnte Rekordmeister Bayern München dem SV Werder Bremen den Platz an der Sonne. Nach der Champions-League-Gala gegen Juventus Turin erledigten die Bayern die Pflichtaufgabe gegen Duisburg souverän und ließen sich auch vom Vertragspoker um Michael Ballack nicht irritieren. «Das zeichnet eine große Mannschaft aus», befand Trainer Felix Magath. Ballack, Zé Roberto, Roque Santa Cruz und Claudio Pizarro trafen gegen den überforderten MSV.

Nach dem enttäuschenden 0:0 im Derby in Hannover müssen sich die Bremer zwar wieder mit der Verfolgerrolle begnügen. Torsten Frings findet die Konstellation jedoch gar nicht so schlecht. «Vielleicht liegt uns die Jäger-Rolle besser», sagte der Nationalspieler. Auch der FC Schalke 04 kam beim VfL Wolfsburg über ein torloses Remis nicht hinaus, bleibt aber die einzige unbesiegte Mannschaft in dieser Saison. «Wir wollten zu Null spielen. Das haben wir geschafft», hob Schalkes Trainer Ralf Rangnick das Positive hervor.

Mit einem wieder bestens aufgelegten Marcelinho hält Hertha BSC nach dem 3:1 über den FSV Mainz 05 Anschluss an die Spitzengruppe. Der Brasilianer erzielte zwei Treffer selbst und bereitete den dritten von Marko Pantelic vor. «Ich bin erleichtert. Das waren wichtige Tore und ein wichtiger Sieg - für alle», meinte der exzentrische Hertha-Star.

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