Sieg verschenkt: Leverkusen fehlt der «Punch»

Sinsheim (dpa) - 24.01.2016, 10:51 Uhr
Sieg verschenkt: Leverkusen fehlt der «Punch»
Leverkusens Stürmer Stefan Kießling (M.) hatte in Hoffenheim einen schweren Stand. Foto: Uwe Anspach

Der verzweifelte Griff an den eigenen Kopf - Stefan Kießling und Javier Hernández zeigten diese Geste oft. Denn mit dem Toreschießen haperte es. Beim 1:1 (0:1) bei 1899 Hoffenheim haderte Bayer Leverkusen wieder einmal mit der mangelhaften Chancenverwertung.

Auf dem angestrebten Weg zurück in die Champions League hinkt die Werkself in der Fußball-Bundesliga hinterher. «Wir hatten hinten raus klare Chancen, um zu gewinnen», ärgerte sich Trainer Roger Schmidt. «Das wird hoffentlich keine Never-Ending-Story. Aber das ist ein bisschen unser Problem.» Auch Weltmeister Christoph Kramer räumte ein: «In knappen Spielen fehlt uns der Punch.»

Alleine in der Schlussphase hätten Hernández, genannt Chicharito, (85. Minute) und Kießling (89. Minute) den mächtig wackelnden Hoffenheimern das K.o. verpassen können. Der frühere deutsche Nationalspieler war bereits in der ersten Halbzeit vor dem Gegentor durch Jiloan Hamad (40.) mit einem Kopfball ebenso an Keeper Oliver Baumann gescheitert wie der Mexikaner kurz nach dem Rückstand.

Nicht das Sturmduo, sondern Abwehrchef und Kapitän Ömer Toprak schaffte vor 24 140 Zuschauern in der Sinsheimer Rhein-Neckar-Arena noch den hochverdienten Ausgleich (75.). Aus dem Duell mit TSG-Hüne Niklas Süle ging Toprak dabei lädiert heraus, musste kurz darauf raus und war später in der Kabine etwas benommen. «Er hat eine leichte Prellung am Kopf und sich auch die Schulter ein bisschen verletzt», erklärte Schmidt.

Hernández lobte bei seinen Erklärungsversuchen im Sky-Interview auf den starken Baumann: «Da stand ein Torwart im Tor.» Der Angreifer hatte allein in den 14 Pflichtspielen zuvor so viele Tore (17) erzielt, wie Hoffenheim in allen Partien 2015/16. Er blieb aber an diesem Tag glücklos und konnte sein Dutzend Bundesliga-Treffer nicht voll machen. Eine Auszeichnung hatte er schon vorher bekommen: Vom Kontinentalverband CONCACAF wurde er zum «Fußballer des Jahres 2015» in Nord- und Mittelamerika gewählt.

Nachdem Kießling seine Wechselabsichten (zu Hannover) in der Winterpause bei Seite gelegt hat, darf er nun neben Chicharito stürmen. Nach einer durchwachsenen Hinrunde und dem Aus in der Champions League hofft Bayer nun auf ein erfolgreiches 2016: In der Europa League geht's am 18. und 25. Februar gegen Sporting Lissabon, im DFB-Pokal (Viertelfinal-Heimspiel gegen Werder Bremen) ist man auch noch dabei.

«Wir waren überlegen, haben gedacht: Wir machen das Tor - dann machen die das», meinte Sportdirektor Rudi Völler. Auch Kießling haderte mit sich und seinem Team: «Wir hatten sehr viele Tormöglichkeiten und das Spiel total im Griff. Das 1:1 ist für uns natürlich zu wenig, das ist ganz klar.»

In der Bundesliga sind solche Ergebnisse wie gegen Abstiegskandidat Hoffenheim und 28 Punkte aus 18 Spielen nicht genug, um wieder an die ganz großen Fleischtöpfe zu kommen. Der Tabellendritte Hertha BSC ist schon fünf Punkte weg, Bayern-Verfolger Borussia Dortmund gar 13. «Wir haben viele Punkte liegen lassen, wo wir unsere Chancen hatten», meinte Kramer - das galt auch für den Rückrunden-Start.

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