Nowotny gewarnt: Bayer droht mit Entlassung
Leverkusen (dpa) - 22.09.2005, 11:51 Uhr
Bayer 04 Leverkusens verletzter Kapitän Jens Nowotny.
Bayer 04 Leverkusen geht im Rechtsstreit mit seinem Abwehrspieler Jens Nowotny auf Konfrontationskurs. «Wenn ich weiter klage, will sich der Verein von mir trennen», sagte der 31-jährige Fußball-Profi der dpa. Nowotnys Klage gegen den Bundesliga-Club auf Lohnfortzahlung über die gesetzliche Frist von sechs Wochen hinaus war vom Arbeitsgericht Solingen in erster Instanz abgewiesen worden. «Ich muss mir jetzt Gedanken machen, wie es weitergeht», erklärte Nowotny, der noch einen Vertrag mit den Leverkusenern bis 2008 hat. «Die Zusammenarbeit zwischen dem Spieler Nowotny und dem Kläger Nowotny ist immer schwieriger geworden», meinte Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser. Keiner der bei Bayer 04 unter Vertrag stehenden Profis und etwa «98 Prozent aller Bundesliga-Spieler» hätten in ihren Verträgen eine Klausel, die eine Lohnfortzahlung über die gesetzliche Sechswochenfrist hinaus garantiere.
Nowotny hatte sich im Februar 2005 den dritten Kreuzbandriss während seines Bayer-Engagements zugezogen und beharrt auf einer angeblich mündlich im Jahr 2002 vereinbarten 18-monatigen Fortzahlung. «Es geht auch um Ehrlichkeit», meinte Nowotny, der demnächst wieder einsatzfähig ist: «Ich stehe kurz vor dem Comeback und bin in zwei, drei Wochen wieder soweit.» Bayer 04 wird einer Rückkehr seines früheren Kapitäns aber nur dann zustimmen, wenn er keine Revision gegen das Lohnfortzahlungs-Urteil einlegt und eine zweite Klage um die Versteuerung eines Handgelds von 20 Millionen Mark zurückzieht. Im Januar 2002 hatten sich der frühere Nationalspieler und Bayer im Zuge einer Vertragsverlängerung bis 2008 mündlich auf den Betrag geeinigt. In diesem Fall will das Landgericht Köln am 28. Oktober eine Entscheidung verkünden.
|