Unbeirrt wirbt er für seine nach eigenen Worten «knochentrockene und seriöse Geschäftspolitik». Und die sieht einen jährlichen Etat für die Mannschaft von nur noch 24 Millionen Euro vor. Schließlich soll der gut 90 Millionen Euro hohe Schuldenberg binnen fünf Jahren zur Hälfte abgetragen sein. «Die Erlös-Seite war nie unser Problem, das Ausgabe-Verhalten hat ihr allerdings nicht entsprochen», sagte Watzke der «Westfälischen Rundschau» mit Verweis auf die Unternehmenspolitik in der Niebaum-Ära. Stolz verkündete der einstige Branchenriese BVB vor wenigen Tagen die Vertragsverlängerung mit Lars Ricken zu deutlich reduzierten Bezügen. Mit weiteren Spielern wie Wörns und Sebastian Kehl, deren Kontrakte zum Saisonende auslaufen, wird derzeit verhandelt. Zudem hält der Revierclub Ausschau nach einem adäquaten Ersatz für den zum Saisonende scheidenden Koller und hat dabei ein Auge auf Halil Altintop vom 1. FC Kaiserslautern geworfen. Nicht nur bei der Zusammenstellung der neuen Borussia steht Watzke und Präsident Reinhard Rauball viel Arbeit ins Haus. Für das laufende Geschäftsjahr hält Watzke «im optimalen Fall eine schwarze Null im operativen Geschäft für realistisch». Die Vermarktung des Westfalenstadions, das in der Saison 2006/2007 einen anderen Namen haben wird, und die zusätzlichen Einnahmen aus den neuen TV-Verträgen der Bundesliga sollen zur Entschuldung beitragen. Belebende Wirkung verspricht auch die baldige Mitarbeit von Abrecht Knauf. Dem Großunternehmer, der auf der Mitgliederversammlung am 20. November auf die vakante Position des Vize-Präsidenten gewählt werden soll, werden gute Kontakte zu Wirtschaft nachgesagt. Trotz aller Widrigkeiten liebäugelt Watzke mit einer Rückkehr in obere Tabellenregionen: «Gutes Management zeichnet sich dadurch aus, dass es mit knappen Mitteln auskommt und dennoch Erfolg hat. Diesen Weg wollen wir bestreiten.»
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