Bremen und Hamburg ärgste Verfolger der Bayern
Düsseldorf (dpa) - 11.09.2005, 19:27 Uhr
Der Berliner Kapitän Arne Friedrich (l) jubelt nach seinem Treffer zum 1:0.
Spitzenreiter FC Bayern München hat zum 60. Geburtstag von Franz Beckenbauer den eigenen Sieg-Rekord in der Fußball-Bundesliga eingestellt, doch die spielerischen Glanzpunkte am 4. Spieltag setzten andere Mannschaften. Werder Bremen trumpfte beim 5:1 in Kaiserslautern groß auf und hat sich neben dem ebenfalls bärenstarken Hamburger SV zum ärgsten Verfolger des Rekordmeisters aufgeschwungen. Dagegen patzte Vizemeister FC Schalke 04 erneut. Gegen die stark ersatzgeschwächte Elf von Bayer Leverkusen kam der Revierclub trotz der Rückkehr von Lincoln nicht über ein 1:1 hinaus und musste sogar hämische Kommentare von Bayern-Clubchef Karl-Heinz Rummenigge ertragen. «Der eine Konkurrent aus Westdeutschland ist jetzt schon vier Punkte hinter uns. Wir werden uns nicht mehr einholen lassen», spottete Rummenigge nach dem 13. Bundesliga-Sieg in Serie. Er verschwieg allerdings, dass die eigene Elf im 172. bayerischen Derby sich ebenfalls wenig meisterlich präsentierte. Nationalkeeper Oliver Kahn ließ den Ball beim 0:1 von Javier Pinola durch Hände und Beine flutschen, und am Ende gewann die Elf von Felix Magath nur dank eines Schiedsrichtergeschenks mit 2:1 beim 1. FC Nürnberg. Referee Michael Weiner erkannte Michael Ballacks Siegtor (60.) trotz Abseits an und zog sich damit den Unmut der Franken zu. «Scheinbar machen sich einige Schiedsrichter in die Hosen, wenn sie mal gegen die Bayern pfeifen», grantelte «Club»-Coach Wolfgang Wolf.
Unzufrieden war auch sein Kollege Uwe Rapolder nach der 1:2- Niederlage des 1. FC Köln bei Borussia Dortmund. Lars Ricken sorgte mit einem Doppelpack (25./73.) für den ersten Saisonsieg der Borussen. Zunächst traf der Stürmer per Strafstoß, nachdem Christian Rahn BVB-Angreifer Ebi Smolarek gefoult hatte, dann verwertete er eine Flanke des eingewechselten David Odonkor mit dem Kopf. Für die Kölner war Matthias Scherz erst in der Nachspielzeit erfolgreich. Hertha BSC bezwang den VfL Wolfsburg mit 3:0. Berlins Kapitän Arne Friedrich (70.), der Debütant Marko Pantelic (75.) und Gilberto (90./+2) erzielten die Tore. Auf Tuchfühlung zum Rekordmeister, der als einziger Bundesligist noch eine weiße Weste hat, sind momentan nur die beiden Nordclubs aus Bremen und Hamburg. Beim zweifachen Torschützen Miroslav Klose kam trotz Werders Galavorstellung auf dem Betzenberg keine Partystimmung auf. Denn im Champions-League-Heimspiel gegen den FC Barcelona muss der Nationalstürmer wegen einer Sperre zuschauen. «Ich ärgere mich wahnsinnig, dass ich nur auf der Tribüne sitzen kann», sagte Klose, der an alter Wirkungsstätte mit den Saisontoren vier und fünf maßgeblich an der zweithöchsten Bundesliga- Heimniederlage der Pfälzer beteiligt war. Besser als Klose sind bislang nur der in Nürnberg fehlende Bayern-Torgarant Roy Makaay (6) und Halil Altintop. Sein 7. Saisontor beim 1:5 machte den Lauterer aber nicht glücklich. «Ich hätte lieber gewonnen.» |