Magath gegen scharfe Regelauslegung
München (dpa) - 08.09.2005, 16:36 Uhr
FC Bayern Trainer Felix Magath in der heimischen Allianz Arena.
Trainer Felix Magath vom deutschen Rekordmeister FC Bayern München hat die strenge Regelauslegung der Schiedsrichter in der Fußball-Bundesliga kritisiert. «Ich habe große Sorge, dass das unsere Konkurrenzfähigkeit im internationalen Wettbewerb negativ beeinflusst. Es wird zu schnell zu viel gepfiffen», sagte der Coach vor Journalisten. Die neue Regelauslegung hatte auf der jüngsten Trainertagung in Bremen breiten Raum eingenommen. «Wenn ich als Spieler merke, dass bei jedem Körperkontakt Freistoß gepfiffen wird, dann falle ich natürlich», sagte der Fußball-Lehrer. Bei einem Blick ins Ausland habe man manchmal das Gefühl, dass es sich um unterschiedliche Sportarten handele, «so wie woanders gespielt wird».
Die öffentliche Klage von Nationalspieler Sebastian Deisler, er könne sich im Hinblick auf die Weltmeisterschaft 2006 auf Dauer mit Kurzeinsätzen beim FC Bayern nicht zufrieden geben, stieß bei Magath auf wenig Verständnis. «Er muss doch nicht fordern, sondern sich auf dem Platz zeigen», sagte der Bayern-Coach. Jetzt sei noch nicht der Zeitpunkt, an dem die Mannschaft für die WM zusammengestellt werde, erklärte Magath. «Deisler hat letztes Jahr doch auch seine Einsätze bekommen. Es gilt nach wie vor, was ich vor Monaten gesagt habe: Nichts überstürzen.» Magath, der sich zuletzt ablehnend über die Methoden von Bundestrainer Jürgen Klinsmann bezüglich der verlangten Zusatzschichten für die Nationalspieler geäußert hatte, zog nach seiner erstmaligen Teilnahme an der Trainertagung ein positives Fazit: «Ich habe das Gefühl, als würde es so langsam in die richtige Richtung laufen, dass man auch mal die Meinung der sportlich Verantwortlichen hört.»
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