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FCK-Vorstand Jäggi im Vorgänger-Prozess gehört

Kaiserslautern (dpa) - 08.09.2005, 16:17 Uhr

Der Vorstandsvorsitzende des 1. FC Kaiserslautern, René C. Jäggi.
Der Vorstandsvorsitzende des 1. FC Kaiserslautern, René C. Jäggi.

Der Handel mit Persönlichkeitsrechten war laut René C. Jäggi Mitte der 90er Jahre in der Fußball-Bundesliga ein Thema.

Das sagte der Vorstands-Vorsitzende des 1. FC Kaiserslautern als Zeuge vor dem Landgericht Kaiserslautern im Prozess gegen das ehemalige FCK-Führungstrio Jürgen Friedrich, Gerhard Herzog und Robert Wieschemann aus. Jäggi war als Zeuge von der Staatsanwaltschaft benannt worden, die den Angeklagten Steuerhinterziehung und Untreue vorwirft.

Der Handel mit Persönlichkeitsrechten an Spielern habe allerdings mit Bekanntwerden des Falles Anthony Yeboah bei Eintracht Frankfurt aufgehört, so Jäggi. 2001 waren der frühere Eintracht-Vizepräsident Bernd Hölzenbein und Ex-Schatzmeister Wolfgang Knispel wegen Steuerhinterziehung durch verschleierte Gehaltszahlungen zu Bewährungsstrafen verurteilt worden. Auf Nachfrage erklärte Jäggi, er habe von Spielern und Beratern gehört, «dass man so etwas versuche». Konkrete Namen nannte er nicht. Mögliches Motiv der Spieler sei gewesen, ein Teil ihrer Einkünfte aus dem Hochsteuerland Deutschland ins steuergünstigere Ausland zu verlagern.

Nach seinem Amtsantritt beim FCK sei ihm aufgefallen, dass viele Vereinbarungen mit damaligen FCK-Profis aus drei Teilen bestanden. Dem offiziellen DFB-Vertrag sowie zwei Zusatzverträgen - einer davon über den Verkauf der Persönlichkeitsrechte des Spielers an den Verein. Wenn man solche Rechte erwerbe, mache das nur dann Sinn, wenn man auch versuche, sie später zu vermarkten, meinte Jäggi. Außerdem hätten ihn die hohen Honorare für Spielervermittler überrascht. Die Spieler Lincoln, Sforza und Bjelica seien von ihm nicht zu Aussagen über verdeckte Lohnzahlungen gedrängt worden. Er habe sie nur ermahnt, wahrheitsgemäß auszusagen.

Jäggi sagte, er sei bei seinem Amtsantritt schockiert gewesen über die finanzielle Situation des 1. FC Kaiserslautern. Dies habe er seinem Vorgänger Friedrich auch so gesagt. Der Club habe an der Grenze zur Illiquidität gestanden.


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