Fall Bayer und Nowotny: «Sind uns nahe gekommen»
Leverkusen (dpa) - 08.09.2005, 15:02 Uhr
Jens Nowotny geht nach einem Platzverweis im Oktober 2004 in Dortmund vom Platz.
Bayer 04 Leverkusen und sein Abwehrchef Jens Nowotny wollen das juristische Gezänk der vergangenen Wochen außergerichtlich beenden. «Grundsätzlich sind wir auf einem positiven Weg. Wir sind uns relativ nahe gekommen und wollen jede prozessuale Auseinandersetzung vermeiden», erklärte Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser nach einem Krisengespräch mit Nowotny. «Eine abschließende Vereinbarung gibt es aber nicht.» Der 31-jährige Nationalspieler des Fußball-Bundesligisten wollte nach seinem vierten Kreuzbandriss eine Lohnfortzahlung über den gesetzlich vorgeschriebenen Zeitraum von sechs Wochen hinaus einklagen. Anhängig ist zudem ein Verfahren um die Versteuerung eines Handgeldes von zehn Millionen Euro, das Nowotny für die vorzeitige Verlängerung seines Vertrags im Jahr 2002 von Bayer 04 erhalten hat. «Wir wollen in beiden Verfahren einen Vergleich. Doch dies bedarf noch einiger tief greifender Diskussionen», sagte Holzhäuser. Auch Nowotny, der im Juli zunächst die Klage auf Lohnfortzahlung wieder zurückgenommen hatte, ist offenbar an einem Ende des Streits gelegen. «Das Gespräch war sehr, sehr positiv», sagte er dem Kölner «Express» und fügte an: «Ich möchte nur, dass endlich Ruhe einkehrt.»
Spekulationen, nach denen Bayer wegen der angestrengten Klagen eine Trennung von seinem ehemaligen Kapitän erwogen hat, wies Holzhäuser zurück. «Bayer hat immer zwischen Spieler und Prozessgegner unterschieden», betonte er. Bei der Suche nach einem Kompromiss im Lohnfortzahlungsfall wird Leverkusen allerdings Nowotny nicht noch einmal 900 000 Euro anbieten. «Das Angebot ist weg», sagte Holzhäuser. Während Bayer auf ein Ende des juristischen Streits hoffen kann, scheint eine sportliche Wende nach dem Bundesliga-Fehlstart für den Tabellenzehnten schwieriger. Für das Westderby gegen Schalke 04 kann Chefcoach Klaus Augenthaler nur eine Notelf aufbieten, vor allem die Besetzung der Abwehr ist ein Problem. Roque Junior ist gesperrt. Ahmed Madouni, der ihn ersetzen sollte, liegt mit Fieber im Bett, und auch Jan-Ingwer Callsen-Bracker (Fußbruch) steht nicht zur Verfügung. Keineswegs besser stellt sich die Situation im Mittelfeld dar: Paul Freier (Innenbandzerrung), Jacek Krzynowek (Kniespülung) und Marko Babic (gesperrt) fallen aus. |