HSV schießt Frankfurt in die 2. Liga
Hamburg (dpa) - 22.05.2004, 18:33 Uhr
Der Hamburger Björn Schlicke (l) ist vor dem Frankfurter Ervin Skala am Ball.
Der Hamburger SV hat mit dem zehnten Heimsieg den Abstieg von Eintracht Frankfurt aus der Fußball-Bundesliga besiegelt. Nach dem 2:1 (1:1) müssen die Hessen zum dritten Mal nach 1996 und 2001 den Gang in die 2. Liga antreten. Das siebte Saisontor von Ioannis Amanatidis (26.) brachte die Eintracht zwar in Führung, doch im Gegenzug glich Mehdi Mahdavikia (27.) zunächst aus und Sergej Barbarez machte mit seinem zehnten Saisontor (57.) den Sieg perfekt. Damit verlor Frankfurt das siebte Auswärtsspiel in Serie. «Die Mannschaft hat alles probiert. Der finale Pass ist nicht gekommen», sagte Frankfurts Trainer Willi Reimann, der nun allerdings «so schnell wie möglich wieder aufsteigen will». In der mit 52 854 Fans fast ausverkauften AOL-Arena wurden vor Spielbeginn HSV-Kapitän Nico-Jan Hoogma, Marcel Maltritz, Tom Starke, Milan Fukal, Rodolfo Cardoso und Bernd Hollerbach verabschiedet. Cardoso kam überraschend von Beginn an zu seinem 220. Bundesliga-Einsatz, da David Jarolim auf Grund von Muskelproblemen ausfiel. Der Argentinier wurde bei seiner Auswechslung nach 55 Minuten begeistert gefeiert und weinte bitterlich. «Ich habe nie gedacht, dass es mal vorbei sein wird, ich dachte, ich spiele mein ganzes Leben Fußball», sagte Cardoso. Da sich neben Christian Rahn und Stephan Kling keiner der Dauerverletzten zurückmeldete, blieben Trainer Klaus Toppmöller nur 16 gesunde Profis. Bei den Gästen, die von 10 000 Anhängern nach Hamburg begleitet wurden, gab Coach und Ex-HSVer Willi Reimann Nico Frommer den Vorzug vor Beierle.
In einem munteren Spiel zeigten vor allem die Gastgeber, dass sie die Vorwürfe der Wettbewerbsverzerrung nach dem 0:6 von Bremen nicht noch einmal aufkommen lassen wollten. Die erste Torchance vertändelte aber Frommer, der nach 18 Minuten und einem Konter an Keeper Stefan Wächter scheiterte. Dem Führungstor von Amanatidis folgte im Gegenzug Mahdavikias 1:1 nach Vorlage von Bernardo Romeo. Der Argentinier, dem in den vergangenen Wochen die Torgefährlichkeit abhanden gekommen war, verpasste bei drei Großchancen sein zwölftes Saisontor. In der 63. Minute löste ein mit der Hand erzieltes Romeo-Tor Jubelschreie aus, doch Schiedsrichter Knut Kircher verweigerte die Anerkennung. Zuvor hatte der engagierte Barbarez nach einem Pfostenschuss von Naohiro Takahara dem guten Pröll keine Chance gelassen. Der Torhüter war zuvor mit dem 1. FC Köln schon einmal abgestiegen. Auch Routinier Uwe Bindewald, dem die Eintracht keinen neuen Vertrag mehr angeboten hat, konnte das Ruder für die Hessen nicht mehr rumreißen. «Wir wollten uns mit einem Sieg verabschieden. Frankfurt hat eine tolle Moral bewiesen, heute hat der Glücklichere gewonnen», so Toppmöller.
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