Rummenigge: Bundesliga auch am Freitag
Berlin (dpa) - 01.09.2005, 14:34 Uhr
Karl-Heinz Rummenigge fasst sich nach einem Spiel an die Nase.
Bayern Münchens Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge hat sich für eine Rückkehr von Bundesliga-Spielen auf den Freitag ausgesprochen. Denkbar seien ein oder zwei Begegnungen, der Sonntag solle aber als Spieltag erhalten bleiben. Rummenigge, Vorstandsmitglied der Deutschen Fußball-Liga (DFL), ging erneut scharf ins Gericht mit der Europäischen Fußball-Union (UEFA) wegen der Vergabe der Übertragungsrechte der Champions League an den Bezahlsender «Premiere». Rummenigge sagte auf einem Medienforum in Berlin: «Die Herren in der Nähe von Genf verhalten sich wie unsensible Diktatoren und haben nur das Geld vor Augen.» Seit Bekanntgabe der UEFA-Entscheidung sei er mit Protestschreiben besorgter Fans überhäuft worden. Zuvor hatte Innenminister Otto Schily (SPD) den Erhalt des Fußballs im frei empfangbaren Fernsehen gefordert. Für die kommenden Verhandlungen um die Rechtevergabe der Bundesliga versprach Rummenigge ein transparentes Verfahren. Fußball müsse für das große Publikum zugänglich bleiben. Die Bundesliga-Clubs bräuchten aber höhere Einnahmen. «Um bei Spielern wie Michael Ballack mithalten zu können, brauchen wir mehr Geld», betonte der Bayern- Vorstandschef.
«Premiere»-Vorstand Hans Mahr verteidigte den Rechteerwerb der Champions League. Die Clubs könnten nicht höhere Einnahmen aus dem TV-Geschäft wünschen und gleichzeitig die Übertragung im Bezahlfernsehen kritisieren. «Über die Abo-Gebühren sammeln wir das Geld für die Vereine und müssen uns dafür noch beschimpfen lassen», sagte Mahr. WDR-Intendant Fritz Pleitgen kündigte harte Verhandlungen um die Bundesliga-Rechte an. Da SAT.1 und RTL bei der Champions League leer ausgegangen seien, gebe es einen scharfen Wettbewerb. Das Erste wolle die Bundesliga auf jeden Fall in der «Sportschau» halten. «Wir werden uns nicht so leicht abhängen lassen», sagte Pleitgen.
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