Bayern setzen sich mit drittem Sieg schon ab
Düsseldorf (dpa) - 28.08.2005, 13:23 Uhr
Bayerns Mehmet Scholl jubelt nach seinem Treffer mit Michael Ballack.
Bayern München siegt, die Konkurrenz stolpert, und bei einigen Protagonisten liegen schon nach drei Spieltagen in der Fußball-Bundesliga die Nerven blank. Meister-Trainer Felix Magath, dessen Team mit dem 3:0-Sieg über Hertha BSC die alleinige Tabellenführung übernahm, sieht sich nach dem souveränen Start mit neun Punkten schon veranlasst, mit einem süffisanten Seitenhieb die patzende Konkurrenz zu trösten. «Wir werden in der Phase mit Länderspielen und Champions League auch mal das eine oder andere Spiel nicht gewinnen», sagte Magath mit Blick auf den FC Schalke 04 und Werder Bremen. Die Vorfreude auf große Europapokalabende hätte womöglich schon die Konzentration der vermeintlichen Bayern-Jäger im Liga-Alltag getrübt, glaubt Magath. In der Tat präsentierten sich die Herausforderer nicht auf Augenhöhe mit den Münchnern. Vizemeister Schalke kam im Heimspiel gegen die seit nunmehr 21 Auswärtsspielen sieglosen Borussen aus Mönchengladbach nicht über ein 1:1 hinaus. Und Champions-League-Teilnehmer Werder beendete die Partie gegen den VfB Stuttgart mit dem selben enttäuschenden Ergebnis. «Sollen die Bayern doch gewinnen. Es gibt noch genügend Spiele», maulte Schalkes Manager Rudi Assauer, der in seinem Team ohne den gesperrten Spielmacher Lincoln «keine klare Linie» erkennen konnte.
Einmütig aber erklärten Schalker und Bremer Verantwortliche, dass sie mit sieben Punkten aus drei Spielen durchaus zufrieden seien. «Wir liegen im Soll», sagte Werder-Sportdirektor Klaus Allofs, und Schalke-Torhüter Frank Rost zog ein ähnliches Fazit: «Meine Enttäuschung hält sich in Grenzen. Im Vorjahr sind wir katastrophal gestartet. Mit der Ausbeute in diesem Jahr können wir gut leben, auch wenn wir heute zwei Punkte verschenkt haben.» Nach den Mühen der UI- Cup-Spiele und der geschafften UEFA-Pokal-Qualifikation fehlten auch dem Hamburger SV Kraft und Konzentration für eine weitere Großtat. «Es liegt eindeutig an den letzten Wochen, dass uns der Esprit gefehlt hat», sagte HSV-Sportchef Dietmar Beiersdorfer nach dem 1:1 im Nordderby gegen Hannover 96. Für weitaus mehr Diskussionsstoff als die Partien der Spitzenclubs aber sorgten die Spiele in Köln und Wolfsburg. Auslöser für Tumulte und heftige Gefühlsausbrüche waren wieder einmal Entscheidungen der Schiedsrichter. Beim 2:3 von Aufsteiger 1. FC Köln gegen den 1. FC Kaiserslautern zog sich FIFA-Referee Helmut Fleischer den Unmut der Kölner zu. Sie sahen sich um den Lohn ihrer Aufholjagd betrogen, weil Fleischer den Pfälzern beim Stand von 2:2 in der Nachspielzeit einen höchst umstrittenen Elfmeter zugesprochen hatte. |