Lemke bestätigt: Bode bald Werders Aufsichtsratsboss

Bremen (dpa) - 15.10.2014, 15:53 Uhr
Lemke bestätigt: Bode bald Werders Aufsichtsratsboss

Marco Bode wird noch in diesem Jahr neuer Aufsichtsratschef des Fußball-Bundesligisten SV Werder Bremen. «Ich rücke ins zweite Glied, Marco wird mein Nachfolger. Das wird nicht erst 2015 oder 2016 passieren», sagte Willi Lemke der Nachrichtenagentur dpa.

Erst am Dienstagabend hatte der Chef des Kontrollgremiums seinen Rückzug vor Ablauf seiner Amtszeit 2016 angekündigt. Nur wenige Stunden später erklärte sich Bode im «Weser Kurier» und der «Kreiszeitung Syke» zur schnellen Amtsübernahme bereit. «Ich verspüre eine Verpflichtung, mich stärker als bisher einzubringen», sagte er.

Der bei den Werder-Fans beliebte Ex-Profi hatte den UN-Sonderbeauftragten Lemke vorab schon telefonisch über seine Bereitschaft informiert. «Ich begrüße das sehr, dass Marco mich heute angerufen hat und freue mich, dass das klappt», sagte der 69 Jahre alte Ex-Manager. Bereits am Dienstagabend hatte Lemke nach übereinstimmenden Medienberichten einen möglichen Rückzug schon vor Ablauf seiner Amtszeit 2016 angekündigt - falls Bode seine Nachfolge antreten sollte.

Am Wochenende hatte sich bereits Günter Netzer für Bode ausgesprochen. Der Ex-Profi, der als Executive-Direktor des Bremer Vermarktungspartners Infront eine kurzfristige Finanzspritze von sieben Millionen Euro an den klammen Verein mitträgt, schätzt Bode über alle Maßen. «Er ist hochintelligent, hocheloquent, ein charakterlich einwandfreier Junge. Solche Leute gehören in maßgebliche Funktionen», lobte Netzer im «Weser-Kurier» den 45-jährigen gebürtigen Harzer.

Der überraschend schnelle Rückzug von Lemke, der seit 2005 Aufsichtsratsboss ist, dürfte auch potenzielle Geldgeber auf den Plan rufen. Diese sollen Investitionen in den klammen Traditionsclub von einem sofortigen Rücktritt des SPD-Politikers abhängig gemacht haben.

Für Bode wird es in Zukunft vor allem darum gehen, mit Hilfe einer überschaubaren Verschuldung einen Ausweg aus der sportlichen Krise zu finden. «Ich glaube, dass ein Abstieg die größere Katastrophe ist. Es muss das erste Ziel sein, das zu verhindern», hatte der 45-Jährige bereits vor einigen Tagen gesagt.

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