Prozess gegen ehemalige FCK-Führung geht weiter
Kaiserslautern (dpa) - 15.08.2005, 17:18 Uhr
Jürgen Friedrich geht im Mai zum Landgericht in Kaiserslautern.
Mit der Verlesung von Dokumenten ist der Prozess gegen das ehemalige Führungstrio des Fußball-Bundesligisten 1. FC Kaiserslautern nach dreiwöchiger Sommerpause in die zweite Halbzeit gegangen. Nachdem die Verteidigung der wegen Steuerhinterziehung und Untreue angeklagten Jürgen Friedrich, Robert Wieschemann und Gerhard Herzog den richterlichen Vorschlag einer Einigung nicht aufgegriffen hat, haben sich die Hoffnungen auf ein baldiges Prozess-Ende zerschlagen. Hintergrund dafür dürfte sein, dass für eine Einigung ein Schuld-Eingeständnis in irgendeiner Form nötig wäre. Dies könnte jedoch Auswirkungen für die Angeklagten bei der ebenfalls noch anhängigen Zivilklage des 1. FC Kaiserslautern auf Schadensersatz in Höhe von insgesamt 2,7 Millionen Euro haben. Ex-Aufsichtsratschef Wieschemann kündigte daher an, in dem derzeit vor dem Landgericht Kaiserslautern verhandelten Fall alle Rechtsmittel ausschöpfen zu wollen.
Aus den bei der Verhandlung verlesenen Dokumenten geht hervor, dass auf dem Konto einer Mailänder Bank Anfang 2002 unter der Bezeichnung «Überweisung FCK» 765 000 Euro eingingen. Das Konto lief unter der Bezeichnung World Football Rights, doch Ermittlungen der italienischen Staatsanwälte ergaben, dass eine Firma dieses Namens in Italien nicht existierte. Kontoinhaber war demnach Lauterns Ex-Profi Taribo West. Die Anklage geht davon aus, dass es sich bei den 765 000 Euro um verdeckte Lohnzahlungen an West handelt, was die Angeklagten bestreiten. In jedem Fall war das Geld schnell ausgegeben. Ende 2002 wies das Konto ein tiefrotes Minus aus.
|