Er trifft und trifft und trifft. Roy Makaay erzielt in der Fußball-Bundesliga die Tore fast nach Belieben, doch in der Nationalmannschaft der Niederlande hat das «Phantom» keinen festen Platz.
Selbst nach seiner Gala-Vorstellung mit einem Hattrick beim 5:2-Erfolg des FC Bayern München in Leverkusen bleibt dem Schreckgespenst der Bundesliga-Torhüter im Länderspiel gegen Deutschland am 17. August in Rotterdam wohl wieder nur ein Platz auf der Ersatzbank. Im Zweikampf mit Ruud van Nistelrooy um einen Stammplatz im «Oranje»-Team zog Makaay bislang immer den Kürzeren, auch unter dem neuen Bondscoach Marco van Basten.
«Wenn ich Trainer wäre, würde ich mich natürlich für mich entscheiden. Es ist vielleicht für mich die letzte Chance, eine WM zu spielen. Die will ich nutzen», sagte Makaay. Unterstützung bekommt er von seinem Vereinstrainer Felix Magath. «Wenn van Basten den Oliver Kahn in Schwierigkeiten bringen will, dann muss er Roy spielen lassen», sagte der Bayern-Coach. Und auch Bundestrainer Jürgen Klinsmann meint: «Ein Roy Makaay auf der Ersatzbank, das ist eigentlich undenkbar, aber wir rechnen mit van Nistelrooy als einziger Spitze.»
Während der FC Bayern seine Spielweise auf Makaay zuschneidet, ist der 30-Jährige in seiner Heimat ein Opfer des Systems. Im fast dogmatisch verordneten 4-3-3 der «Elftal» bleibt nur Platz für einen Mittelstürmer, und der heißt van Nistelrooy von Manchester United.
In seinen 42 Länderspielen kam Makaay nur selten über 90 Minuten zum Einsatz. Mit sechs Treffern ist seine Quote daher auch bescheiden. Ganz anders sieht dies nach dem mit fünf Toren glänzenden Saisonstart beim FC Bayern aus. Seinen Beinamen «Phantom» trägt er hier zu Recht: Im 67. Bundesligaspiel für die «Roten» traf Makaay schon zum 50. Mal.