Klose schlägt laute Töne an: «Mehr Drecksau sein»
Basel/Bremen (dpa) - 10.08.2005, 12:53 Uhr
Miroslav Klose jubelt über sein erstes Tor gegen Bielefeld.
Der Mann der leisen Töne geht nun auch verbal in die Offensive. Werder Bremens Torjäger Miroslav Klose will sich in der WM-Saison noch spektakulärer in Szene setzen, als er das bisher ohnehin schon getan hat. «Vielleicht muss ich vor dem Tor etwas mehr Drecksau sein, das könnte mir helfen», verkündete der 27 Jahre alte Nationalstürmer auf seiner Website. Die 15 Treffer aus der Vorsaison wolle er in der gerade gestarteten Bundesliga noch steigern. Den Anfang dazu hat Klose bereits gemacht. Mit zwei Toren zum Auftakt gegen Arminia Bielefeld hat sich der kopfballstarke Angreifer mit seinem Sturmpartner Ivan Klasnic schon mal an die Spitze der Fußball-Bundesliga geschossen. Das war nach dem wegen einer Knieoperation verpassten Confederations Cup Balsam. «Der Verzicht war bitter. Aber wir haben uns mit den Ärzten beraten und die Operation durchgezogen. Jetzt bin ich umso fitter», berichtete der gebürtige Pole, der vor einem Jahr vom 1. FC Kaiserslautern an die Weser gewechselt war.
Klose hat die Luftveränderung nie bereut, auch wenn er unter anderem verletzungsbedingt einige Zeit brauchte, um in der neuen Umgebung so richtig heimisch zu werden. Das Vertrauen des Bremer Umfeldes und wohl auch die Geburt seiner Zwillinge im Januar haben ihm dabei geholfen. Sie geben ihm nun auch die Zuversicht, sich in der Nationalmannschaft überzeugend zurückzumelden und für die WM 2006 im eigenen Land zu empfehlen. In diesem Jahr reichte es bislang nur zu einem Einsatz beim 1:0 am 26. März in Slowenien. Beim Klassiker am 15. August in Rotterdam gegen die Niederlande soll der nächste und damit 47. insgesamt im Nationaltrikot folgen. Doch Klose wäre nicht Klose, wenn er bei allem Ehrgeiz die ihm anhaftende Bescheidenheit ablegen würde. «Ich bin wegen der Rehabilitation eben weiter als manch' anderer zu diesem Zeitpunkt», meinte er nach dem gelungenen Saisonauftakt. Und ein Egoist wird er auch in Zukunft nicht sein. «Meine Mitspieler will ich nicht vernachlässigen», versprach er glaubwürdig. |