Ungewohnte Rolle: Elber-Comeback als Joker
Mönchengladbach (dpa) - 04.08.2005, 13:24 Uhr
Vor der Rückkehr auf die große Bundesliga-Bühne droht dem besten aktiven Erstligatorjäger erst noch einmal die harte Ersatzbank. Knapp zwei Jahre nach seinem letzen Bundesligaspiel für den FC Bayern München kehrt Giovane Elber mit seinem neuen Club Borussia Mönchengladbach an die Isar zurück, doch an einen Einsatz von Beginn nach seiner langen Verletzungszeit ist noch nicht zu denken. «Er weiß, dass er noch nicht von Beginn an spielen kann. Aber seine Gefährlichkeit hat er nicht verloren. Vielleicht kommt er rein und macht das entscheidende Tor», sagte Gladbachs Trainer Horst Köppel vor dem Auftaktmatch beim deutschen Meister. Der Brasilianer, der bislang 133 Bundesligatore auf seinem Konto hat, brennt auf seinen ersten Pflichtspieleinsatz für die Gladbacher. «Ich freue mich auf das neue Münchner Stadion. Für mich wäre es ein Traum, eingewechselt zu werden und dann das entscheidende Tor zu machen», sagte Elber. Der sympathische Profi weiß, wovon er spricht. Schließlich gelang ihm dieses Kunststück auch bei seiner ersten Rückkehr nach München mit Olympique Lyon, als er einen Treffer gegen seinen alten Club erzielte. Für den Fall eines solchen Erfolgserlebnisses hat der Mittelstürmer via Boulevardpresse schon im Spaß einen spektakulären Torjubel angekündigt: Trifft Elber, will er sich auf dem Platz komplett ausziehen.
|
Ob es soweit überhaupt kommt, hängt von seiner Fitness ab. Nach den ersten Testspielen, in denen Elber auch bereits getroffen hat, wurden die Schwächen nach einem komplizierten Wadenbeinbruch deutlich. «Wenn man so lange nicht gespielt hat, fängt man ganz von vorne an. Plötzlich ist der Platz unheimlich groß, man weiß nicht wo man hinlaufen soll. Es ist wie vor dem allerersten Bundesligaspiel», sagte der Brasilianer, der seit Januar in Diensten der Borussia steht. «Es ist verständlich, dass Giovane endlich spielen will. Man muss aber auch sagen, dass die Grundschnelligkeit noch fehlt und er auch Defizite im Ausdauerbereich hat», sagte Trainer Köppel, der den beliebten Brasilianer in München aber benötigt, weil nach der Verletzung von Wesley Sonck (Rippenbruch) in Oliver Neuville und Vaclav Sverkos derzeit nur zwei gesunde Stürmer im Kader stehen. Als Sympathieträger seines Clubs ist er schon längst akzeptiert. Bei den Fans steht das Trikot mit der Rückennummer «10» ganz hoch im Kurs, nur das von Youngster Marcell Jansen ging häufiger über den Ladentisch als das von Elber. «Da muss man den Fans doch endlich auch was zurückgeben», meinte Elber, der in Düsseldorf sein neues Zuhause gefunden hat. In der schwierigsten Zeit, als sogar ein Karriereende denkbar drohte, hat er die größte Kraft und Hilfe in der Familie gefunden. Sogar professionelle: Seine Frau Cinthia ist Psychologin.
|