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Harte Strafe gegen Lincoln - Gnade für Kuranyi

Leipzig (dpa) - 03.08.2005, 16:57 Uhr

Schiedsrichter Lutz Wagner zeigt dem Schalker Lincoln (Nr. 10) die Rote Karte.
Schiedsrichter Lutz Wagner zeigt dem Schalker Lincoln (Nr. 10) die Rote Karte.
 
 

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Mit einer drakonischen Strafe für den Brasilianer Lincoln und einem überaus milden Urteil gegen Kevin Kuranyi hat das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) die Disziplinlosigkeiten der Schalker Leistungsträger im Ligapokal-Finale gegen den VfB Stuttgart geahndet.

Spielmacher Lincoln, der mit seiner Spuckattacke gegen Nationalspieler Thomas Hitzlsperger für die hässlichste Szene des Leipziger Abends gesorgt hatte, wurde für vier Wochen aus dem Verkehr gezogen. Damit muss der deutsche Vizemeister für drei Bundesligaspiele und in der 1. DFB-Pokalrunde auf den 26-Jährigen, der obendrein in den nächsten zwei Ligapokal-Spielen pausieren muss, verzichten.

Dagegen steht Nationalstürmer Kevin Kuranyi dem FC Schalke 04 beim Saisonstart gegen den 1. FC Kaiserslautern zur Verfügung. Der 23-Jährige, der wegen einer Tätlichkeit ebenfalls die Rote Karte gesehen hatte, wurde lediglich für drei Ligapokal-Spiele gesperrt.

 

«Es ist mir peinlich und ich schäme mich für den Vorfall. So etwas wird man nie wieder von mir sehen», kommentierte «Lama» Lincoln am Mittwoch seinen Ausraster: «Ich werde meine gerechte Strafe zum Nachdenken nutzen.» Erst am 10. September im Gastspiel bei Bayer Leverkusen ist diese Denkpause beendet.

Die beiden Platzverweise waren nach dem müden Finale im Leipziger Zentralstadion das Gesprächsthema und hatten Rudi Assauer die Freude am ersten Ligapokal-Gewinn der Club-Geschichte gründlich vermasselt. Weder der so genannte erste Titel der Saison noch die 1,85 Millionen Euro Preisgeld stimmten den Schalker Manager versöhnlich.


Das Sünder-Duo hatte in der 10. Minute des Ligapokal-Endspiels vor 40 500 Zuschauern zunächst mit einem genialen Spielzug die tief stehende Abwehr des VfB Stuttgart ausgespielt: Lincoln passte mit der Hacke auf Kuranyi, der mit seinem ersten Pflichtspiel-Tor für die «Knappen» ausgerechnet gegen den Ex-Club den entscheidenden Treffer erzielte. Die Freude über den Treffer zum 1:0-Sieg währte aber bei dem Nationalspieler nur 57 Minuten. Nach einem Revanchefoul an Gegenspieler Silvio Meißner sah Kuranyi Rot.

«Ich fand, es war harmlos. Von meiner Sicht aus hätte ich gedacht, dass ich die Gelbe Karte kriege. Natürlich war das ein kleiner Schock für mich», meinte Kuranyi unmittelbar nach dem Spiel und hoffte, «dass ich nicht mehr als ein Spiel Sperre bekomme». Umso glücklicher dürfte er gewesen sein, dass er nun mit einem blauen Auge davonkam.

Während sich bei Kuranyis Platzverweis noch die Geister schieden, gab es für Lincolns Spuckattacke kurz vor Schluss keinerlei Verständnis. «Bei Kuranyi war das nicht ein so grobes Foul, um es mit Rot zu bestrafen. Aber das von Lincoln gehört bestraft», zürnte Assauer über die Unbeherrschtheit des Brasilianers. «Das war sehr dumm von unseren beiden Spielern. Wir hatten das Spiel in der Hand. Ich fürchte, dass sie lange fehlen werden», sagte Kapitän Ebbe Sand. Er erinnerte an Dortmunds Sebastian Kehl, der im Ligacup-Finale 2003 den Schiedsrichter geschubst hatte und sechs Spiele gesperrt wurde.

Ralf Rangnick monierte im spielerischen Bereich trotz Überlegenheit die mangelnde Chancenverwertung. «Wir hätten deutlicher führen müssen. Selbst bei einem 3:0 hätten wir über ausgelassene Chancen geklagt», sagte Schalkes Coach, dessen Team das Spiel bestimmt hatte und die Stuttgarter nie zur Entfaltung kommen ließ. «Es gibt keine Entschuldigung. Wir haben in der ersten Halbzeit überhaupt nicht gespielt. Da war keine Initiative. Ich hatte mehr Courage erwartet», kritisierte VfB-Trainer Giovanni Trapattoni sein Team, forderte andererseits aber auch Geduld ein.

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