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Ligapokal macht Quantensprung

Leipzig (dpa) - 02.08.2005, 15:48 Uhr

Der Schalker Ebbe Sand (l) und der Bremer Frank Baumann im Ligapokal.
Der Schalker Ebbe Sand (l) und der Bremer Frank Baumann im Ligapokal.

Mehr Prämien, mehr Zuschauer, mehr Akzeptanz: Der reformierte Ligapokal hat dank eines Rekord-Preisgeldes und mehr als 160 000 Besuchern einen Quantensprung vollzogen und trotz einiger Schwachpunkte die Erwartungen der Deutsche Fußball-Liga (DFB) erfüllt.

«Der Ligapokal befindet sich auf einem sehr guten Weg», urteilte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert in Leipzig vor dem Endspiel zwischen Schalke 04 und dem VfB Stuttgart. Eine Modusänderung werde es vorerst nicht geben, obwohl Seifert «Optimierungspotenzial» einräumte und eine gründliche Aufarbeitung ankündigte. «Wir werden den Ligapokal in Ruhe analysieren und alle Aspekte Revue passieren lassen», sagte er.

Mit dem Abschied von der Tingeltour der Vorjahre durch die kleinen Stadien und der Rückkehr auf die große Fußball-Bühne verbindet die DFL den Wunsch, dem Ligapokal als Wettbewerb mehr Gewicht zu verleihen. «Wir haben sehr bewusst bei der Positionierung als erstem Titel der Saison gesprochen», sagte Seifert. Dies habe sich ausgezahlt. «Die Gesamtidee wurde verstanden von den Clubs, den Medien und den Zuschauern. Mit der neuen Positionierung haben wir den richtigen Ton getroffen», befand der Geschäftsführer. Im vorigen Jahr waren nicht einmal 52 000 Zuschauer zu den Spielen gekommen, in diesem Jahr verfolgten mehr als drei Mal so viel Besucher die fünf Spiele.

Während die Halbfinales in München (50 000) und Gelsenkirchen (56 781) volle Ränge präsentierten, fiel Düsseldorf mit den zwei Vorrundenspielen mit 15 000 bzw. 18 000 Zuschauern aus dem Rahmen. «Mit der Resonanz beim Auftakt in Düsseldorf sind wir nicht 100-prozentig zufrieden. Aber wir wissen, woran es liegt und sehen das mit Gelassenheit», sagte Seifert.

Gleichzeitig kündigte er an, nicht überstürzt Entscheidungen treffen zu wollen. «Düsseldorf war etwas holprig. Wir werden das analysieren. Aber ich glaube nicht, dass wir kurzfristig zum Handeln gezwungen sind», erklärte er. Die LTU-Arena ist als Ligapokal-Standort bis 2007 gesichert und würde erst danach bangen müssen. «Wenn wir zu dem Schluss kommen, dass nie mehr als 20 000 Zuschauer kommen, steht Düsseldorf zur Disposition», sagte Seifert.


Der neu eingeführte Modus soll allenfalls verbessert, aber zunächst nicht verändert werden. «Der Ligapokal ist so angelegt, dass die Besten der Besten um den ersten Titel der Saison spielen. Wir brauchen gute Gründe für eine Modusänderung, ich bin kein Freund von Modusänderungen nach nur einem Jahr. Es geht darum, den Ligapokal auf diesem Level sowohl zu stabilisieren als auch zu optimieren», erklärte Seifert und verteidigte die Einführung des neuen Modus`: «Wir sind eine Wachstumsbranche. Wenn wir nicht was Neues ausprobieren, wer dann?»

Allerdings strebt er eine weitere Erhöhung der Attraktivität auf allen Feldern an. So steht eine Aufstockung des Preisgeldes für die kommende Saison im Raum. «Wir sind Dienstleister des Profi-Fußballs. Wir werden versuchen, das Preisgeld im Sinne der Clubs zu optimieren», sagte Seifert. In diesem Jahr wurde die Rekordsumme von 5,2 Millionen Euro an die sechs Teams ausgeschüttet.

Bewährt hat sich nach seiner Ansicht die Partnerschaft mit dem Bezahlsender Premiere. «Wir sind mit dem Partner Premiere sehr zufrieden. Die exklusive Pay-TV-Präsenz und volle Stadien schließen sich nicht aus», erklärte der DFL-Geschäftsführer.

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