Bundesliga zeitnah im Fernsehen
Hannover (dpa) - 28.07.2005, 15:33 Uhr
Auf den Monitoren im Studio des DSF erscheint das Logo der DFL.
Die Fußballfans vor dem Bildschirm müssen ihre Sehgewohnheiten in der anstehenden Bundesliga-Saison nicht ändern. Die ARD-Sportschau berichtet wie bisher am Samstag von 18.10 bis 19.40 Uhr über sieben Spiele, und das DSF zeigt die beiden Sonntag-Partien zeitnah von 19.00 bis 20.15 Uhr. Der Pay-TV-Kanal Premiere überträgt alle 306 Bundesliga-Spiele live. Lediglich das ZDF kündigte eine Änderung an. «Das aktuelle Sportstudio» sendet mit Bundesliga-Start samstags wieder regelmäßig um 22.00 Uhr. Die vertraute und bewährte Aufteilung der Spiele wird mit Ablauf der TV-Verträge im Sommer 2006 wahrscheinlich vorbei sein. Zu groß ist der Druck der Vereine, die höhere Fernseh-Honorore erzielen möchten. «Noch lebt der deutsche Fernsehzuschauer, was das Programmangebot, den zusammenhängenden Spieltag und die zeitnahe Berichterstattung im Free-TV angeht, in paradiesischen Zuständen. Das wird sich ändern», sagte der Wirtschaftsprüfer Arnd Hovemann in einer Studie zur wirtschaftlichen Lage des Profifußballs voraus. Ein Großteil der Clubs hatte sich an der Studie beteiligt.
Rund 300 Millionen Euro erhält die Deutsche Fußball Liga (DFL) in dieser Saison aus den diversen TV-Verträgen. Damit liegt die Bundesliga im Vergleich zu den höchsten Spielklassen in England (710 Millionen Euro) oder Italien (550 Millionen Euro) deutlich zurück. Bayern Münchens Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge fordert jährlich 500 Millionen Euro mit Beginn der Saison 2006/07. Damit hat der Ex-Nationalspieler eine laut DFL-Chef Werner Hackmann «sehr ambitionierte Zahl» genannt und die DFL-Verhandlungsführer unter Druck gesetzt. «Wir sind bereit, für mehr Exklusivität mehr Geld zu zahlen», lautet der Standpunkt von Premiere-Geschäftsführer Georg Kofler. Der Abo-Sender überweist bisher 180 Millionen Euro pro Saison und ist damit der größte Geldgeber der DFL. Verschiedene Modelle sind denkbar, um die Premiere-Wünsche zu erfüllen. Die Rückkehr zu Freitag-Partien oder die Zusammenfassung der Samstag-Spiele im Free TV nicht vor 22.00 Uhr wären aus Premiere-Sicht geeignete Maßnahmen. |