Petrow-Millionen machen Fach nicht glücklich
Wolfsburg (dpa) - 20.07.2005, 12:18 Uhr
Martin Petrow läuft im Mai in der Volkswagen-Arena auf den Ball zu.
Geld allein macht den VfL Wolfsburg nicht glücklich. Der Wechsel von Stürmer Martin Petrow für zehn Millionen Euro zu Atletico Madrid bringt dem Fußball-Bundesligaclub zwar die höchste Transfereinnahme in der Vereinsgeschichte, gefährdet aber die sportlichen Ziele der VfL-Führung. «Das ist ein mehr als herber Verlust. So lange wir keinen gleichwertigen Ersatz haben, brauchen wir das Wort UEFA-Cup nicht in den Mund nehmen», kommentierte Trainer Holger Fach das Ende eines wochenlangen Pokerspiels. Auch Manager Thomas Strunz, der bis zuletzt hart mit den Spaniern um den Transfer verhandelte, hätte den wechselwilligen Petrow lieber behalten. Doch als Atletico erklärte, die festgeschriebene Ablösesumme zahlen zu wollen und eine Bankbürgschaft hinterlegte, konnte er den Torjäger nicht mehr halten. «Wir müssen die vertraglichen Regelungen akzeptieren», sagte Strunz. Er hat nun bis Ende August Zeit, die Petrow-Millionen in einen oder mehrere neue Profis zu investieren.
«Ich sehe keinen, der Petrow im Moment ersetzen könnte» sagte Trainer Fach. Das trifft wohl auch für den Belgier Koen Daerden vom KRC Genk zu, der in Wolfsburg als möglicher Nachfolger im Gespräch ist. Manager Strunz war vergangene Woche in Brasilien und nahm dort mehrere Spieler unter die Lupe. Ein torgefährlicher Linksaußen wie der Bulgare, der wie zuletzt vor zehn Tagen im UI-Cup in Graz Spiele fast im Alleingang entscheiden kann, war nicht dabei. Der 26-jährige Petrow, der 2001 für rund 3,5 Millionen Euro von Servette Genf nach Wolfburg gekommen war, ist nach Nationalspieler Thomas Brdaric (zu Hannover 96) der zweite Top-Stürmer, der die «Wölfe» verlasst. Beide trafen vergangene Saison jeweils zwölf Mal. Als neuen Angreifer haben die Niedersachsen bisher Nationalspieler Mike Hanke von Schalke 04 verpflichtet. Für den bulgarischen Nationalspieler war die Einigung der beiden Vereine die zweite gute Nachricht des Tages. Wenige Stunden zuvor hatte seine Frau Ralica in einem Braunschweiger Krankenhaus Tochter Katrin zur Welt gebracht. Petrow, der nun zur sportmedizinischen Untersuchung in Madrid erwartet wird, wünschte seinen bisherigen Club viel Glück: «Spanien war immer mein Traum, aber ich hoffe, dass sich der VfL mit der Ablöse gut verstärken kann.»
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