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Magath plant weiter mit Ballack

Bonn (dpa) - 19.07.2005, 15:28 Uhr

Michael Ballack feiert einen Treffer in der im Champions League.
Michael Ballack feiert einen Treffer in der im Champions League.

Bayern München will den nach der Fußball-WM 2006 auslaufenden Vertrag mit Michael Ballack nicht um jeden Preis verlängern, aber den Nationalmannschafts-Kapitän auch nicht vorzeitig für eine Millionen-Ablöse zu Manchester United ziehen lassen.

«Das ist bei uns kein Thema. Mit dem Kader, der morgen nach der Rückkehr der Nationalspieler vollständig sein wird, möchte ich arbeiten und meine Ziele angreifen», sagte Trainer Felix Magath nach der Ankunft in Bonn, wo der deutsche Fußball-Meister sein zweites Trainingslager in der Saison-Vorbereitung absolviert.

Ballack steigt nach drei Wochen Sonderurlaub gemeinsam mit den übrigen sechs Münchner Confederations-Cup-Teilnehmern erst am 20. Juli ins Training ein. Trotzdem war der 28-Jährige schon am ersten Tag im Rheinland das Top-Thema. Die Bemühungen der Vereinsführung um eine vorzeitige Vertragsverlängerung mit dem Mittelfeldstar sowie die angebliche 18-Millionen-Euro-Offerte von Manchester United für einen sofortigen Transfer sorgen für Gesprächsstoff. Zumindest Magath reagierte gelassen: Egal, wie der Fall Ballack am Ende ausgehen werde, «der FC Bayern und ich werden damit leben können», versicherte der 51-Jährige.

Die Position des Trainers ist klar: «Ich würde mich freuen, wenn Michael die Mannschaft auch noch über 2006 führen würde.» Auch für Roy Makaay, der in der kommenden Saison unbedingt die Champions League gewinnen möchte, ist ein Ballack-Verkauf kein Thema, ganz im Gegenteil: «Ich hoffe, dass Michael nicht nur diese Saison bei uns spielt, sondern noch einige Jahre länger. Er ist ein wichtiger Spieler für uns», betonte der Niederländer in Bonn.

Magath vertraut in den Verhandlungen mit Ballack und dessen Berater Michael Becker auf die Bayern-Vorstände Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß. «Sie werden das Menschenmögliche machen, um die Situation zu unseren Gunsten zu klären», meinte der Coach.


Hoeneß schloss allerdings aus, das Gehaltsgefüge für Ballack zu sprengen. «Für uns ist wichtig, dass sportliche Erfolge einhergehen mit wirtschaftlicher Vernunft. Es kann auch der Punkt kommen, an dem wir Nein sagen müssen», sagte der Manager im Bayerischen Fernsehen: «Wenn über zehn Millionen Euro Jahresgehalt spekuliert wird, verstehe ich die Welt nicht mehr. Es glaubt doch wohl niemand, dass Ballack mehr als vier Millionen oder so etwas verdient. Und da sollen wir mehr als das Doppelte ausgeben?»

Hoeneß kündigte an, dass es in den kommenden 14 Tagen ein weiteres Gespräch mit Ballacks Berater geben werde. Das könnte schon in der kommenden Woche während der viertägigen Japan-Reise des deutschen Rekordmeisters stattfinden, auf die Becker die Bayern auf Einladung von Hoeneß begleiten wird. Zeitgleich wird auch Manchester United in Tokio sein. Nach Medienberichten aus England plant die Führung des Premier-League-Clubs wegen eines Ballack-Transfers ein Gipfeltreffen mit den Bayern-Bossen. Ballacks Vierjahresvertrag in München läuft am 30. Juni 2006 aus. Er könnte nach der WM ablösefrei wechseln, jetzt könnten die Bayern noch eine Millionen-Ablöse kassieren.

Ballack soll aber bleiben - und Lukas Podolski spätestens in zwei Jahren nach München kommen: Hoeneß bekräftigte erneut das Interesse an einer Verpflichtung des 20 Jahre alten Nationalstürmers vom 1. FC Köln. Diese wird von den Bayern schon 2006 angestrebt. «2007 wäre aber auch ein schöner Zeitpunkt», sagte Hoeneß: «Wenn die Kölner klug sind, werden sie ihn nächstes Jahr für ein paar Euro mehr hergeben.»

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