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Nowotny will Bayer auf Lohnfortzahlung verklagen

Leverkusen (dpa) - 03.07.2005, 09:38 Uhr

Jens Nowotny verlässt nach einem Platzverweis im Oktober 2004 den Platz.
Jens Nowotny verlässt nach einem Platzverweis im Oktober 2004 den Platz.

Fußball-Nationalspieler Jens Nowotny strebt eine Klage gegen seinen Verein Bayer 04 Leverkusen an. Der am Kreuzband verletzte Mannschaftskapitän will eine Lohnfortzahlung über den gesetzlichen Zeitraum von sechs Wochen im Krankheitsfall erwirken.

«Die von ihm geforderte Lohnfortzahlung über den gesetzlichen Zeitraum hinaus ist zum einen nicht gerechtfertigt, weil vertraglich nicht vorgesehen», sagte Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser zu einem entsprechenden Bericht des Kölner «Express». Es sei zudem auch den anderen Beschäftigten von Bayer gegenüber ungerecht, Nowotny weiter zu bezahlen: «Das könnte das Unternehmen Millionen kosten. Es gibt keine Sonderregelung.»

Nach Ansicht von Nowotnys Anwalt Harald Martin sei es üblich, Topspielern eine längere Fortzahlung einzuräumen. Der Bundesligist hatte die Lohnzahlungen nach sechs Wochen eingestellt. Der 31 Jahre alte Abwehrspieler hatte sich im Februar den vierten Kreuzbandriss seiner Karriere zugezogen und ist zurzeit in der Rehabilitation in Donaustauf. Nowotny hat noch einen Vertrag bis 2008.

«Wenn er - was ich zutiefst bedauern würde - in dieser Zeit aus gesundheitlichen Gründen kaum noch oder gar nicht mehr zum Einsatz kommen könnte, würde das eine nicht verantwortbare Summe kosten», betonte Holzhäuser. Normalerweise spreche man bei Bayer nicht über Geld, aber in diesem Fall müsse deutlich gemacht werden, dass die erhobene Forderung schon wegen ihrer Höhe unrealistisch sei.

Nowotny beruft sich auf eine Vereinbarung mit dem ehemaligen Geschäftsführer Reiner Calmund. «Es gilt, was im Vertrag steht», betonte Holzhäuser. Zudem habe er sich vergewissert, dass Calmund eine derartige Zusage in Abrede stelle. Ein Einigungsgespräch zwischen Nowotny, Holzhäuser und Sportdirektor Rudi Völler sei ergebnislos verlaufen. «Ich hoffe, dass wir aber doch noch eine vernünftige Einigung finden», sagte Holzhäuser. Wie der «Express» berichtete, habe er Nowotny eine namhafte Summe angeboten, um die Sache aus der Welt zu schaffen. Dies hätten seine Berater abgelehnt. Nun werde der Fall am 21. September vor dem Arbeitsgericht in Solingen ausgetragen.

Für Bayer 04 ist es bereits die zweite juristische Auseinandersetzung mit Nowotny. Vor Gericht ist bereits ein Streit zwischen Spieler und Verein um die Versteuerung eines so genannten Handgelds von angeblich zehn Millionen Euro, die Bayer von Sommer 2002 an in fünf Raten zahlen musste. «Die anhängige Klärung, wer welche Steuern bei den 'normalen' Zahlungen an Nowotny zu zahlen habe, steht in keinem Zusammenhang mit den jetzt von ihm erhobenen Forderungen», erklärte Holzhäuser.


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