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Proficlubs lehnen Aufstockung der Bundesliga ab

Frankfurt/Main (dpa) - 29.06.2005, 16:39 Uhr

Heribert Bruchhagen sitzt 2003 bei einer Pressekonferenz neben dem Vereinswappen.
Heribert Bruchhagen sitzt 2003 bei einer Pressekonferenz neben dem Vereinswappen.

Die beiden deutschen Fußball-Profiligen werden in den nächsten Jahren ihren Spielbetrieb unverändert mit jeweils 18 Vereinen bestreiten.

Für diese Beibehaltung des Status quo sprach sich bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga (DFL) in Frankfurt/Main die Mehrheit der 32 anwesenden Clubs aus.

Bei der geheimen Abstimmung in einem Frankfurter Hotel votierten 19 Vereine gegen die von Eintracht Frankfurts Vorstands-Vorsitzenden Heribert Bruchhagen beantragte Aufstockung auf 20 Vereine von der Saison 2006/2007 an, 10 Vereine plädierten dafür, drei enthielten sich der Stimme. Noch nicht stimmberechtigt waren die vier Zweitliga-Aufsteiger Eintracht Braunschweig, SC Paderborn, Kickers Offenbach und SF Siegen.

«Ich respektiere dieses Votum. Aber mir fehlen die Argumente, warum viele Zweitligisten nicht für die Aufstockung waren», sagte Bruchhagen. Der Vorstand der DFL habe sich «klar positioniert und damit wohl Eindruck auf die Vereine gemacht», meinte der Eintracht- Chef, der erstmals im Januar eine unter anderen auch von Franz Beckenbauer begrüßte Aufstockung gefordert hatte. Von Anfang an hatten sich die Spitzenclubs Bayern München und Werder Bremen vehement gegen eine Aufstockung ausgesprochen.

Christian Seifert, der neue Vorsitzende der DFL-Geschäftsführung, hatte den Delegierten die Ergebnisse einer Arbeitsgruppe vorgetragen und anhand deren Auswertung empfohlen, dem Antrag auf Aufstockung nicht zu folgen. Hauptargument gegen eine Aufstockung war ein hochgerechneter erheblicher finanzieller Mehraufwand von rund 54 Millionen Euro (42 Millionen Bundesliga, 12 Millionen 2. Bundesliga) für Organisations- und Reisekosten sowie mehr Personalkosten und höhere Prämienzahlungen. Diese Erlöse seien auch durch Fernseh-Gelder nicht zu erzielen, erläuterte Seifert.


Zwei Heimspiele mehr sorgten zwar für eine größere Auslastung der Stadien und bedeuteten zwei Einnahmen mehr, doch gehe mit einer Aufstockung auch ein größerer Termindruck einher, meinte Seifert. Der 2. Bundesliga drohe zudem das Risiko weniger Zuschauer und angesichts der vielen Live-Übertragungen von Europapokalspielen weniger TV-Präsenz. Dies hätte vor allem Auswirkungen auf Werbeeinnahmen.

Auch eine von der Arbeitsgruppe vorgenommene Publikumsumfrage hat ein deutliches Votum gegen eine Aufstockung ergeben. 73 Prozent der Befragten hätten sich für 18 Clubs in der Bundesliga ausgesprochen, 70 Prozent für 18 Vereine in der 2. Bundesliga.

Der zum 30. Juni scheidende Seifert-Vorgänger Wilfried Straub, der für sein jahreslanges Engagement mit der Ehrennadel als «Ehrenangehöriger» der DFL ausgezeichnet wurde, bekräftigte nach seiner letzten Sitzung noch einmal den Willen, auf der Basis des beim Bundestag des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) geschlossenen Grundlagenvertrages eine eigene Sportwette zu installieren. Damit wolle der Fußball aber «auf keinen Fall aus der Solidargemeinschaft zur Förderung des gesamten Sports ausbrechen», sagte Straub.

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