Trauer, Tränen, Tragik: 1860 will weiter kämpfen
München (dpa) - 16.05.2004, 11:14 Uhr
Francis Kioyo vom TSV 1860 München liegt enttäuscht am Boden.
Der Niedergang des TSV 1860 München nimmt tragische Züge an und hat in Francis Kioyo eine neue, unglückliche Hauptfigur. Mit seinem fatalen Elfmeter-Fehlschuss kurz vor Abpfiff besiegelte der Stürmer zwar noch nicht den Abstieg aus der Fußball- Bundesliga - doch nach dem 1:1 (1:0)-Unentschieden gegen das gerettete Team von Hertha BSC haben die von Krisen gebeutelten «Löwen» den wohl vorentscheidenden moralischen Nackenschlag erhalten. «Das ist ganz, ganz bitter. Die Mannschaft hat sicher ihr bestes Spiel gemacht. Das ist großes Schicksal», sagte der geknickte Vereinschef Karl Auer nach der Partie. Mit einem erneuten Trainingslager in Tirol will Chefcoach Gerald Vanenburg seine Profis auf die nun entscheidende Partie am kommenden Wochenende bei Borussia Mönchengladbach vorbereiten. «Wir sollten noch einmal alles versuchen und im letzten Spiel volle Pulle geben. Wenn da noch eine kleine Chance ist, ist es immerhin eine kleine. Wir müssen es probieren», sagte der Niederländer. Nur mit einem Sieg auf dem Bökelberg können die auf Platz 17 abgerutschten Sechziger (32 Punkte) noch den Klassenverbleib schaffen. Dabei müssen sie zudem auf Ausrutscher des 1. FC Kaiserslautern (35) und von Eintracht Frankfurt (32) hoffen.
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Sollte das «Blaue Wunder» nicht gelingen, steht der Traditionsverein zehn Jahre nach der Bundesliga-Rückkehr vor einer schweren Zukunft. Vanenburg wird wohl nach nur fünf Spielen in die Niederlande zurückkehren. Die meisten Spieler besitzen im Unterhaus für die Vereinskasse zu hoch dotierte Verträge. Stürmerstar Benjamin Lauth müsste auf jeden Fall verkauft werden. Lokalrivale FC Bayern hat sein Interesse schon bekundet. Hartnäckig halten sich Gerüchte, wonach für die 2. Liga sogar die Lizenz in Gefahr ist. Der Etat wird mangels TV- und Sponsorengelder um die Hälfte auf etwa 17 Millionen Euro gekürzt. Schon vor dem Spiel gegen Berlin hatte Vanenburg seine Akteure in Seefeld versammelt, und der Trip in Österreichs Berge schien Wunder zu wirken. So einsatzfreudig wie schon lange nicht mehr präsentierten sich die Münchner den 48 000 Zuschauern im Olympiastadion. Nach dem Tor durch Rodrigo Costa (6. Minute) schien der ersehnte Sieg möglich, doch Alexander Madlung sorgte mit seinem Ausgleichstreffer (83.) für erste große Ernüchterung. |