Erstes Trapattoni-Training in Stuttgart
Stuttgart (dpa) - 27.06.2005, 15:10 Uhr
Giovanni Trapattoni (m) gibt in Stuttgart zum Trainingsauftakt Anweisungen.
Mit Szenenapplaus, «Maestro»-Rufen, aber auch mit vielen offenen Personalfragen hat die Ära Giovanni Trapattoni beim VfB Stuttgart begonnen. Gestenreich dirigierte der Italiener vor 2000 Zuschauern das Auftakttraining des schwäbischen Fußball-Bundesligisten. Zurückhaltende Töne schlug Trapattoni dagegen beim weiter offenen Transfer von Alexander Hleb oder der Nachfolge des zu Schalke 04 gewechselten Kevin Kuranyi an. «Wenn Hleb hier bleiben will, bin ich zufrieden. Aber ich wünsche Spieler mit Begeisterung. Das muss er entscheiden. Ich Hleb bitten? Nein!», sagte der Startrainer. Bis zum 30. Juni wird eine endgültige Entscheidung fallen. Dann soll der Weißrusse, der ebenso wie der Portugiese Fernando Meira wegen der WM-Qualifikationsspiele seinen Sommerurlaub verlängern durfte, sein erstes Training bestreiten. Bis dahin dürfte auch um die Ablösesumme gepokert werden: Englischen Medienberichten zufolge bietet Arsenal London bis zu 15 Millionen Euro, um den 24-Jährigen aus seinem bis 2008 laufendem Vertrag herauszukaufen. «Im Moment gibt es keine neue Situation. Wir wollen ihn nicht loshaben», erklärte VfB-Präsident Erwin Staudt. Kein Thema ist die Verpflichtung von Weltstar Luis Figo als möglichem Hleb-Ersatz. «Ich denke, er bleibt bei Real Madrid», sagte Trapattoni.
Ohne die Nationalspieler Andreas Hinkel, Timo Hildebrand und Thomas Hitzlsperger, die nach ihrem Einsatz beim Confederations Cup erst am 13. Juli beim Trainingslager in Irdning (Österreich) zum Team stoßen, versammelte Trapattoni 21 Akteure zur ersten Übungseinheit. Unter ihnen befanden sich die Neuzugänge Ludovic Magnin (Werder Bremen) und Daniel Bierofka (Bayer 04 Leverkusen). «Es ist für mich eine Herausforderung, unter so einem großen Trainer zu arbeiten», sagte Magnin vor neun Kamerateams und zahlreichen Journalisten aus dem In- und Ausland. Der 66 Jahre alte Trapattoni gönnte sich trotz schwüler Hitze bei keiner der ausgedehnten Laufeinheiten oder den Gymnastikübungen eine Pause, sondern ging mit gutem Beispiel voran. Dies registrierte die schwäbische Volksseele zufrieden. Fast schon väterlich fühlte der «Maestro» einigen Spielern höchstpersönlich den Puls. «Er kann schon recht gut Deutsch und hat gesagt, er sei froh, in Stuttgart zu sein», berichtete Mittelfeldspieler Silvio Meißner. |