«Der Konkurrenzkampf bei Bayern ist nicht das Problem, aber bei Bayern muss man jeden Tag präsent sein für Zeitungen und Fernsehen», zeichnete der 28-jährige Frings seinen inneren Konflikt. Darauf habe er «null Bock», so Frings klar und kompromisslos: «Ich bin ein ruhiger Typ, brauche den ganzen Trubel nicht. Und ich werde mich auf jeden Fall nicht ändern. Wenn das nicht akzeptiert wird, dann ist das nicht mein Problem.» Zusätzlich getroffen hat Frings auch die Kritik von Uli Hoeneß. Der Manager hatte dem Mittelfeldspieler öffentlich vorgeworfen, er ziehe sich zu sehr zurück, suche die Schuld stets bei anderen und würde sich nicht so in seine Arbeit reinhängen, wie man sich das gewünscht habe. «Wenn er das meint, gut. Ich sage dazu nichts, werde aber mit ihm sicher mal drüber sprechen.» In Bremen würde Frings wieder die von ihm gewünschten idyllischen Bedingungen vorfinden, weit weg von Schlagzeilen wie in München. Auch die Bayern-Verantwortlichen haben bereits signalisiert, dass sie gegen einen Weggang nichts einzuwenden hätten, vorausgesetzt, Mittelfeld-Konkurrent Ze Roberto bleibt an der Isar. Aus finanzieller Sicht aber könnte der Frings-Wechsel zum Problem werden. Denn mit einem geschätzten Jahressalär von drei Millionen Euro sprengt der 38-malige Nationalspieler das Gehaltsgefüge bei Werder. Dort hatte Frings im WM-Sommer 2002 das Weite gesucht und bei Borussia Dortmund angeheuert. Im vergangenen Jahr wurde auch die Vorbereitung auf die EM in Portugal beeinträchtigt, weil Frings seinen Wechsel von Dortmund zu den Bayern («Ich will Titel gewinnen») forderte. Doch öffentlich provozieren will Frings diesmal den Tapetenwechsel nicht.
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