Felix Magath: vom «Quälix» zum «Traumtrainer»
München (dpa) - 30.04.2005, 17:59 Uhr
Felix Magath erhält nach dem Sieg in Kaiserslautern eine Weißbierdusche.
Einst bezeichnete man ihn wenig schmeichelhaft als «Quälix», jetzt darf er sich Meistermacher nennen: Trainer Felix Magath hat Wort gehalten und gleich in seinem ersten Jahr den FC Bayern München zum Gewinn der 19. deutschen Meisterschaft geführt. «Wir wollen Titel holen, je mehr, desto besser», hatte Magath bei seinem Amtsantritt im Sommer 2004 verkündet und dabei wohl vor allem von sich selbst gesprochen. Nach Jahren in den Fußball-Niederungen beim 1. FC Nürnberg, Werder Bremen und Eintracht Frankfurt sowie der mühsamen Aufbauarbeit beim VfB Stuttgart wollte der einstige Weltklassespieler endlich auch als Trainer ganz nach oben und seinen großen Ehrgeiz befriedigen. «Ich will auch mal auf einer anderen Höhe leben», sagte Magath.
Der Weg zu seinem ersten Titel als Trainer war jedoch nicht leicht. In München eckte Magath zunächst mächtig an. Die Münchner Medien verstanden seine feinsinnige, mit ironischen Untertönen gespickte Art oft nicht. Und noch schlimmer: Die unter dem allseits geschätzten und lange erfolgreichen Vorgänger Ottmar Hitzfeld offenbar verwöhnten Profis beschwerten sich schnell über das harte Training. Ungewohnt früh ließ Magath seine Spieler zu den Übungen mit den gefürchteten Medizinbällen antreten, legte den Trainingsplan nicht eine Woche im Voraus fest und scheuchte sie auch noch im Dauerlauf einen Münchner Hausberg hinauf. «Beide Seiten mussten sich erst aneinander gewöhnen», sagte Manager Uli Hoeneß, der in dieser Zeit oft als Schlichter und auch als Ratgeber für Magath gefragt war. |