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Magath mit Münchner Millionentruppe zufrieden

München (dpa) - 20.04.2005, 10:44 Uhr

Felix Magath steht im April während des Trainings hinter einem kleinen Tor.
Felix Magath steht im April während des Trainings hinter einem kleinen Tor.

Die Meisterschale vor Augen und mit der Mannschaft auf Schmusekurs: Felix Magath fühlt sich nach zehn Monaten beim FC Bayern München endgültig angekommen.

Trotz des Ausscheidens in der Champions League und obwohl noch keiner der angestrebten Titel perfekt ist, zog der Cheftrainer des deutschen Fußball-Rekordmeisters bereits eine erste positive Jahresbilanz. «Ich bin sehr zufrieden mit der Saison. Vor einem Jahr war hier noch große Unzufriedenheit, weil die stets hohen Ansprüche nicht erfüllt werden konnten. Das haben wir alles korrigiert und uns ständig verbessert», sagte der Trainer völlig überraschend schon vor dem Halbfinale im DFB-Pokal bei Arminia Bielefeld.

Das größte Ziel blieb Magath in seiner Münchner Premieren-Saison durch das Viertelfinal-Aus in der Champions League gegen Chelsea London verwehrt, Kritik lässt er dennoch nicht gelten. Im Gegenteil: Energisch wehrte sich Magath gegen die aus seiner Sicht zuletzt häufig überzogenen öffentlichen Reaktionen. «Ich kann über manche Beurteilung nur den Kopf schütteln. Viele Äußerungen über unser Spiel sind absolut nicht gerechtfertigt», ärgert sich der Ex-Profi. «Keine deutsche Mannschaft ist in Europa trotz der permanent großen Belastung weiter gekommen als wir. Wir führen die Tabelle in der Bundesliga deutlich an», lautet sein Fazit kurz vor Saisonende.

Besonders der gängige Begriff des «Bayern-Dusel», bringt Magath mächtig auf die Palme. «Wir haben gezeigt, dass wir international mithalten können.» Späte Tore seiner «immer unter besonderem Druck stehenden Spieler» wertet der 51-Jährige nicht als pures Glück. Sie sind für ihn ein Zeichen von «hohem Niveau» und «großer Klasse».

Widerspruch aus der Mannschaft wird Magath so nicht mehr ernten. Doch es brauchte einige Zeit, bis Coach und Spieler eine gemeinsame Sprache fanden. Noch sind die Anlaufschwierigkeiten des neuen Trainers nicht vergessen. «Felix Magath musste sich an vieles in München gewöhnen, und auch die Spieler mussten sich erst auf ihn einstellen», sagte Uli Hoeneß.


Der Bayern-Manager war in der problematischen Phase kurz nach Saisonbeginn wichtiger Ansprechpartner für Magath. «Ich habe ihm gesagt, dass er nicht mit dem Kopf durch die Wand kann», sagt Hoeneß. Erst, als der einst in Frankfurt und Bremen als «Quälix» titulierte Magath sein vermeintlich hartes Trainingsprogramm geschickter vermittelte, verstummte das Murren der Bayern-Profis.

Die Harmonie zwischen Magath und Hoeneß ist nicht nur wie zuletzt beim gemeinsamen, überschwänglichen Torjubel nach dem Last-Minute-Sieg bei Hannover 96 offensichtlich. Konflikte zwischen dem Duo scheinen unmöglich. «Das ist das Schöne beim FC Bayern, mit Geld habe ich nichts zu tun», sagte Magath, der beim VfB Stuttgart noch Trainer und Manager in Personalunion gewesen war. Vielleicht muss Hoeneß auch deshalb derzeit keine Forderungen des Trainers nach neuem Personal für das Münchner Millionenensemble fürchten. «Es ist nicht notwendig, nach neuen Spielern zu graben. Wir brauchen keine Verstärkung. Wir können uns mit diesem Kader noch weiterentwickeln, und das werden wir in der nächsten Saison auch tun», kündigt Magath an.

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