Lincoln überzeugt alle Skeptiker
Gelsenkirchen (dpa) - 19.04.2005, 11:13 Uhr
Lincoln jubelt im Spiel gegen Bayern München in der Arena AufSchalke.
Die Skepsis war groß, doch die umstrittene Verpflichtung des kleinen Brasilianers erwies sich für den FC Schalke 04 längst als Volltreffer. «Den hat uns der Himmel geschickt», urteilte Vizepräsident Josef Schnusenberg über Lincoln. Nach anfänglichen Verletzungsproblemen nach seinem Wechsel zum Revierclub kam der Spielmacher immer besser in Schwung und ist als Ideengeber und Vollstrecker aus dem Schalker Mittelfeld nicht mehr wegzudenken. Zuletzt wurden seine Künste beim bitteren 1:2 gegen den Hamburger SV, als er wegen einer Gelb-Roten Karte fehlte, schmerzlich vermisst. Doch in der Endphase der Meisterschaft soll der in den vergangenen Wochen glänzend aufgelegte Lincoln mithelfen, den 2. Platz in der Fußball-Bundesliga und damit die direkte Qualifikation für die Champions League zu sichern. «Er kann ein Spiel allein entscheiden. Als Passgeber und Mann für die Standardsituationen ist er unheimlich wichtig», betonte Trainer Ralf Rangnick, der erkannt hat, dass ohne den Brasilianer sowie den verletzten Christian Pander bei Ecken und Freistößen wenig Gefahr ausgeht: «Wir hatten durch die Ausfälle ein Qualitätsproblem.»
In 26 Bundesligaspielen für Schalke erzielte Lincoln bereits neun Tore, steuerte acht Vorlagen zu weiteren Treffern bei. Hinzu kamen wichtige Tore im UEFA-Cup und im DFB-Pokal. Von den Kollegen der Konkurrenz wurde der 26-Jährige zum «besten Spieler der Hinrunde» gewählt, was den bescheidenen Brasilianer sehr freute. «Das ist eine Bestätigung für mich», meint Lincoln, der das Kompliment aber flugs weiter gibt. «Ich weiß, dass ich nicht wichtig bin. Die Mannschaft ist wichtig. Nur wenn sie gut ist, kann auch ich glänzen.» Spötter behaupten, das beste, was Jupp Heynckes als Trainer für Schalke getan habe, sei die Verpflichtung des brillanten Technikers gewesen, der in Kaiserslautern ausgemustert worden war. Heynckes baute den lange verletzten, sensiblen Profi mit Kurzeinsätzen langsam auf. Unter Rangnick avancierte Lincoln dann zum unumstrittenen Denker und Lenker in der königsblauen Schaltzentrale. |